Kardinal Erdö warnt vor neuer Kirchenfeindlichkeit

Brüssel (DT/KNA) Der Vorsitzende des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), Kardinal Peter Erdö, hat vor neuen Formen der Kirchenfeindlichkeit gewarnt. Gerade die sozial-liberalen Regierungen der osteuropäischen Länder sähen sich im Zuge der europäischen Integration zu anti-kirchlicher Politik ermutigt, sagte Erdö der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in der vergangenen Woche in Brüssel am Rande einer Konferenz über Religiosität in Europa. An Europas Rändern gebe es neue Formen von Verfolgung der Christen, so der ungarische Erzbischof. Auf der Tagung der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung wurde der europäische Religionsmonitor der Bertelsmann Stiftung präsentiert. Dieter Heidtmann von der ökumenischen Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) sagte, das Verhältnis von Staat und Kirche habe sich in den vergangen Jahren positiv verändert. „Heute weiß jeder, wo der andere hingehört“, so Heidtmann. Da sich die religiöse Landkarte Europas zunehmend vermische, verschwänden krasse Gegensätze zwischen Ländern mit einer ausgeprägten Kirchentrennung oder Ländern mit Staatskirchen. Es gebe ein neues gesellschaftliches Interesse an Religion. Auf diesen Paradigmenwechsel deute auch der „Kirchenartikel“ im Lissabon-Vertrag hin, sagte der evangelische Geistliche.

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