Rom

Einmütig im Gebet

Eine Gebetsaktion rund um die Welt mahnt zur Einheit.

Marienstatue in Maria Vesperbild
Unter dem Motto "Eifrig und einmütig im Gebet, zusammen mit Maria" (vgl. Apg 1,14) fand jüngst eine weltweite Rosenkranz-Gebetsaktion statt, die vom päpstlichen Rat initiiert wurde und viele Marienwallfahrtsorte miteinander verbunden hatte. Foto: Stefan Puchner (dpa)
 

Unter dem Motto „Eifrig und einmütig im Gebet, zusammen mit Maria“ (vgl. Apg 1,14) fand jüngst eine weltweite Rosenkranz-Gebetsaktion statt, die vom päpstlichen Rat initiiert wurde und viele Marienwallfahrtsorte miteinander verbunden hatte. Papst Franziskus bat die Muttergottes vor seiner Lourdes-Grotte in den vatikanischen Gärten um die Beendigung dieser harten Prüfung, (dieser Corona-Zeit), und um die Rückkehr eines Horizontes der Hoffnung und des Friedens. Symbolisch wurden verschiede Vorbeter mit einbezogen, um das gemeinsame Bemühen und Wirken für alle Betroffenen der Krise zu würdigen (vgl. domradio.de).

Zeichen der Mahnung

Ein ermutigendes Zeichen der Mahnung zur Einheit der Weltgemeinschaft. „Wir alle sitzen im selben Boot“ könnte man jetzt platt ausrufen. Jedenfalls sind wir alle von den Nebenwirkungen des Virus betroffen und kommen an unsere eigenen Grenzen. Gerade wir Christen sind aufgerufen, konstruktiv und gemeinschaftlich unser Christsein (aus-)zu leben. Entscheiden wir uns für den freimachenden Heiligen Geist, öffnen wir uns für ihn und legen wir die Masken der lähmenden Angst ab. In diesen Tagen begegne ich einer breiten Dynamik von Enge und Weite im Umgang mit den sogenannten „Hygieneregeln“ in verschiedenen Kirchen. An einer Tür las ich den Hinweis: „Die Teilnahme am Gottesdienst geschieht auf eigene Verantwortung“. „Achtung! Ansteckungsgefahr“ könnte man hinzufügen. Die Philosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz schrieb einmal sehr schön auf die Frage, was Verantwortung bedeute: „Im Grunde Antwortgeben auf die Frage, die mir ein anderer stellt. […] Das Leben eines anderen an sich heranlassen im Sinne einer Hilfestellung, eines Entbindens.“ (Melchiormagazin Nr. 12, S. 72)

Eine starke Unterstützerin

Es ist der Ruf des Auferstandenen, der uns einlädt, sich mit ihm einmütig im Gebet zu versammeln. Ich antworte seinem Ruf, wenn er mich zur Feier der Heiligen Messe einlädt. Er versammelt seine Gemeinde. Er belebt seine Kirche durch seinen Geist. Ich durfte am Pfingstwochenende als Tauf-und Firmpate Teil einer großen Freudengemeinschaft sein, die zwei Erwachsene bei ihrer Taufe und Firmung begleiteten. Die Offenheit des Priesters führte uns an den Gedanken des „Virus“ vorbei, sodass wir alle vom Geist Gottes angesteckt werden konnten. Selbst die Polizei, zufällig zu diesem Zeitpunkt in der Nähe der Kirche tätig, trennte uns nicht, als wir gemeinsam zum Ende vor der Kirche beieinanderstanden. Wir dürfen gewiss sein, dass wir mit Maria, der Mutter Jesu, wie die Apostel damals in Jerusalem, eine starke Unterstützerin, Trösterin und Fürsprecherin bei uns haben. Sie hilft dabei, dass wir mutig werden und Kraft finden, diese Zeit der Prüfung zu bestehen. Maria, Trösterin der Betrübten, bitte für uns! 

  


Der Autor, 26, arbeitet als Klavierbauer in Hamburg 

 

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