Würzburg

Die Bibel ist ein Schatz

Und je besser ich Jesus kenne, desto besser kann meine Gottesbeziehung werden. Deshalb möchte ich in Zukunft weitere Bücher der Bibel lesen.
Die Bedeutung der Bibel
Foto: stock.adobe.com | Papst Franziskus macht den Gläubigen zurecht dazu Mut, das Evangelium unmittelbar auf sich wirken zu lassen.

Wer von euch hat schon einmal die ganze Bibel durchgelesen? Versucht haben es vermutlich bereits die meisten von uns. Vielen ist es sicher gelungen, gewiss aber auch einigen nicht. Ich gehöre zu letzterer Sorte. Mein bisher einziger ernsthafter Versuch, die Bibel komplett zu lesen, scheiterte an einer Stelle, an der Ahne um Ahne um Ahne… aufgezählt wurde. Ansonsten habe ich mich auf einzelne Stellen der Bibel beschränkt (etwa die Bergpredigt), die ich unsystematisch gelesen habe. Wirklich an die Bibel herangetraut habe ich mich also nicht. Meine Gründe: Es dauert zu lange, verstehe ich sowieso nicht, höre ich doch schon in der Kirche, das kann man doch nie alles lesen, es sind einfach zu viele Seiten, ich weiß nicht, wo ich anfangen soll...

Als eine Freundin und ich kürzlich über unsere Gottesbeziehung gesprochen haben, erzählte sie, wie sehr ihr das Lesen – und letztendlich das Durchlesen – der Bibel geholfen hat, eine lebendige(re) Beziehung zu Gott aufzubauen. Ich war begeistert und dachte, dass mich das auch weiterbringen könnte. Deshalb beschloss ich, zumindest einen Anfang zu machen und wenigstens ein Buch der Bibel zu lesen.

Nachdem meine Freundin gegangen war, fiel mir ein, wie ein Pater einmal gesagt hatte, dass das Markus-Evangelium sich zum Einsteigen in das Bibellesen anbietet, weil es besonders kurz sei. Obwohl ich keine Vorstellung hatte, was „kurz“ bedeutete, entschied ich mich für das Markus-Evangelium, denn etwas Besseres fiel mir nicht ein. Und so fing ich gleich damit an und las das erste Kapitel. Um das Gelesene auf mich wirken zu lassen, legte ich die Bibel dann – voller Vorfreude auf das nächste Kapitel – weg. Immer wenn ich etwas Zeit hatte, griff ich nach der Bibel, las ein, zwei Kapitel, legte die Bibel weg und war schon gespannt auf das nächste Kapitel. Nach wenigen Tagen war ich fertig. Das Markus-Evangelium besteht nämlich nur aus 16 Kapitel, die meist etwa ein bis zwei Seiten lang sind. Das ist richtig kurz! Insgesamt habe ich für das Markus-Evangelium nur etwa eineinhalb oder zwei Stunden benötigt. Für ein ganzes Evangelium! Ein ganzes Evangelium…, das klang für mich immer nach „sehr viel“. Niemals hätte ich gedacht, dass es so „wenig“ ist.

Rückblickend betrachtet sind meine oben genannten Gründe für das Nicht-Bibel-Lesen eigentlich nichts anderes als unbegründete Ausreden. Viel mehr noch: Es war schön und sinnvoll, die Geschichte Jesu am Stück zu lesen, weil ich ihn dadurch etwas besser kennengelernt habe. Und je besser ich Jesus kenne, desto besser kann meine Gottesbeziehung werden. Deshalb möchte ich in Zukunft weitere Bücher der Bibel lesen – bis ich die ganze Bibel gelesen habe. Denn ich bin überzeugt: Die Bibel ist ein Schatz! Und diesen Schatz möchte ich kennenlernen.

Die Autorin, 22, studiert Rechtswissenschaften in München

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