Würzburg

Junge Federn: Orte des Glaubens

Erscheint in Medjugorje tatsächlich die Muttergottes? Das kannn Alex Lamprecht nicht sagen. Sicher ist für ihn aber, dass wir Orte des lebendigen Glaubens brauchen.

Hoser will Medjugorje ausbauen
Pilger bei der Muttergottesstatue in Medjugorje. Foto: Rolf Haid (dpa)

Wenn mich heute jemand fragen würde, ob in Medjugorje wirklich die Mutter Gottes erscheint, könnte ich ihm keine eindeutige Antwort geben. Einiges spricht dafür, anderes spricht dagegen und die Kirche hat sich noch nicht abschließend dazu geäußert. Eine junge Frau, deren tiefen Glauben ich bewundere, hat mich vor einigen Monaten dazu eingeladen, mit einer Pilgergruppe aus Südtirol zum 30. Jugendfestival in Medjugorje zu fahren, woraufhin ich nach einigem Zögern zugesagt habe.

Was ich dann dort sah und erlebte, hat meine Erwartungen um ein Vielfaches übertroffen: Ich sah die Weltkirche, junge und ältere Menschen, Familien und Ordensleute, Priester und Laien, die gemeinsam ein großes Fest des Glaubens feierten. Beeindruckende Katechesen, berührende Zeugnisse, großartiger Lobpreis, eucharistische Anbetung, Kreuzverehrung, Prozession, Rosenkranz und wunderbare Eucharistiefeiern mit wortgewaltigen Predigten. Etwa 70 000 Menschen, darunter auch über 700 Priester, einige Bischöfe und Kardinäle waren zum Jugendfestival gekommen und machten einen tiefen Eindruck auf mich.

Wir brauchen Orte des lebendigen Glaubens, wo wir geistlich neu auftanken dürfen und unser angefochtenes Vertrauen in Gott gestärkt wird. Solche Orte können Klöster, Gebetshäuser, Festivals, aber auch Wallfahrtskirchen oder christliche Gemeinschaften sein. Diese Orte prägen sich tief in die eigene Seele ein und geben uns die Gewissheit, dass wir nicht die einzigen sind, die im Weinberg des Herrn schuften. Lasst uns solche Orte pflegen und neue Räume schaffen, in der die Gegenwart Gottes spürbar ist. Denn wo Gottes Geist spürbar wird, berührt er die Herzen der Menschen. So verwundert es nicht, dass sich Jahr für Jahr viele Menschen an solchen Orten bekehren und ein neues Leben mit Gott beginnen. Auch unsere Familien und Pfarrkirchen, aber vor allem und zuerst unsere Herzen müssen solche Orte des lebendigen Glaubens werden. Die Königin des Friedens, wie die Mutter Gottes in Medjugorje häufig genannt wird, kann uns bestimmt dabei helfen.

Der Autor ist Präfekt in einem katholischen Internat in Südtirol