Würzburg

Junge Federn: Mit Wissen und Freude glauben

Gespräche über und im Glauben sind wesentlich bereichernder, als die destruktiven und emotional geführten Forderungen nach Reformen der Kirche.

Jugendliche beim Gebet
Freude über und am Glauben ist das eine, Wissen über und vom Glauben das andere. Um Letzteres zu vermitteln, können Gebetskreise hilfreich sein. Foto: Markus Nowak (KNA)

Wenn ich mit jungen Menschen im Gespräch auf den Glauben an Christus komme, schlägt mir oft Ablehnung oder – meiner Meinung nach schlimmer – Gleichgültigkeit entgegen. Wissen über Glaubensinhalte ist meist nicht vorhanden, und wenn, dann meist nur populistische Informationen zu den Kreuzzügen oder der Inquisition. Das ist für mich dann auch manchmal frustrierend, da unser Glaube etwas ganz anderes ist. Der sonntägliche Kirchgang spiegelt dies auch wider: überwiegend ältere Leute. Diejenigen, die nicht zur Messe gehen, sehen in ihr keinen Mehrwert für ihr Leben.

Freude am Glauben in lebendiger Gebetsgemeinschaft

So ist es aber nicht überall. Ich hatte das große Glück zu erfahren, dass in einer lebendigen Gebetsgemeinschaft auch die Freude am Glauben zunimmt. Wie ich das meine? In meiner Heimatpfarrei im Sauerland bin ich nicht allein auf dem Weg zu einem geistlichen Beruf. In den letzten zehn Jahren sind bereits zwei zu Priestern geweiht worden, eine junge Frau ist in einen Orden eingetreten, und noch einer ist – wie ich – im Priesterseminar. Zwei von uns ergriffen die Initiative und so gewannen wir unseren Pfarrer, dass wir gemeinsam jeden Samstag die Laudes beteten. Anschließend frühstückten wir gemeinsam. So ist eine kleine Gebetsgemeinschaft entstanden. Wir erzählten natürlich auch anderen davon, und so wuchs die Gruppe.

Jeden Samstag treffen sich 8 bis 12 Jugendliche im Alter von 18 bis 30 Jahren, um gemeinsam das Morgenlob der Kirche zu beten. Insgesamt gehören zur Gruppe 24 Personen, und auch wenn nicht immer alle kommen, so kommen sie doch regelmäßig, und wir wissen, dass wir im Gebet verbunden sind. Das war uns aber nicht genug. Wir wollten vor allem auch Glaubensinhalte kennenlernen, und so kam die Idee, dass wir uns regelmäßig treffen wollen, um miteinander im Youcat zu lesen. Freude über und am Glauben ist das eine, und Wissen über und vom Glauben ist das andere. Beides ist gleichermaßen wichtig und notwendig. Nur so kann die lebendige Beziehung zu Christus wachsen; und nur so kann man Irrwege vermeiden.

Lebendige Gottesbeziehung ist bereichernd

Die sich anschließenden Diskussionen, nachdem wir einen Abschnitt aus dem Youcat gelesen haben, waren immer spannend, denn gerade hier zeigte sich, wie vielfältig und bereichernd eine lebendige Gottesbeziehung ist. Diese Gespräche über und im Glauben sind wesentlich bereichernder, als die destruktiven und emotional geführten Forderungen nach der Ordination der Frau oder die Aufhebung des Zölibates. Das sind nicht die wesentlichen Fragen des Glaubens!

Der Autor, 25, ist Seminarist im Bistum Regensburg

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