Würzburg

Junge Federn: Kardinal Müller hat Antworten

Bei theologischen Ausführungen gibt Katrin Schwegele oft schnell auf. Nicht so beim jüngsten Schreiben von Kardinal Gerhard Ludwig Müller.

Kardinal Müller verteidigt Papst gegen Häresie-Vorwürfe
Die Argumentation von Kardinal Gerhard Ludwig Müller findet Autorin Katrin Schwegele leicht verständlich. Foto: Lena Klimkeit (dpa)

Ende Juli veröffentlichte Kardinal Gerhard Müller ein Schreiben, in dem er zum „Synodalen Weg“ in Deutschland, zur Amazonas-Synode und zu weiteren Themen Stellung bezog. Als Laie gebe ich bei solchen Ausführungen oft schnell auf, weil ich merke: Das verstehe ich sowieso nicht. Bei Müllers Schreiben fühlte ich mich jedoch bereits von den ersten Zeilen angesprochen, da seine Argumentationen leicht verständlich sind und auf eindeutige Positionen hinauslaufen.

Kürzlich wunderte ich mich noch, warum die Ausgestaltung des „Synodalen Wegs“ in Deutschland und die Amazonas-Synode etwa zeitgleich stattfinden werden. Ich hielt es für wahrscheinlich, dass dies der Deutschen Bischofskonferenz bei der Durchsetzung des synodalen Weges in die Karten spielen könnte, dachte dann jedoch, dass es sich um einen ungünstigen Zufall handelt. Müller meint jedoch, dass dem leider nicht so ist, sondern dahinter die Intention der „deutschen Kirche“ steckt, durch den synodalen Prozess den „Umbau der Weltkirche“ bei der Amazonas-Synode anstoßen zu können. Traurig, so ein Vorgehen!

Aufschlussreich waren für mich zudem Müllers tiefgreifende theologische Ausführungen zu den aktuell diskutierten Neuerungen bezüglich des Weihesakraments. Bei der Frage nach der Weihe von Frauen sieht Müller sich offensichtlich veranlasst, abermals klarzustellen, dass das im Jahr 1994 erschienene Apostolische Schreiben von Papst Johannes Paul II. „Ordinatio sacerdotalis“, in dem er feststellte, dass die Kirche Frauen keine Weihe spenden kann, verbindlich ist.

Ich frage mich, warum dies einige Gläubige – sei es aus Unwissenheit, sei es aus Absicht – immer noch bezweifeln, obwohl die Verbindlichkeit sowohl von der Glaubenskongregation als auch von Papst Franziskus bestätigt wurde. Ist es nicht Gott, der die Kirche lenkt? Sollten deshalb nicht alle Gläubigen gehorsam die Lehre der Kirche akzeptieren? Wie herrlich würde sie sich dann entfalten! Hinsichtlich der in Frage stehenden Einführung von „Viri probati“ diskutiert Müller die kirchenpolitischen Hintergründe, geht dann auf die Bibel und das Amt des Diakons ein und kommt schließlich zum Ergebnis, dass diese mangels biblischer Grundlage nicht eingeführt werden können.

Ich habe in Müllers Schreiben gute Argumente für Diskussionen gefunden. Offensichtlich können scheinbar schwierige Fragen leicht verständlich beantwortet werden.

Katrin Schwegele, 21, studiert Rechtswissenschaften in München