Würzburg

Junge Federn: Ein Weg geistlicher Reife

Werbung für den zunehmend spektakulär erscheinenden Gedanken, dass Gott etwas mit dem Synodalen Weg zu tun hat und ihn zu einem Weg geistlicher Reife führen möchte.

Wie der "Synodale Weg" gelingen kann
Der "Synodale Weg" kann nur erfolgreich begangen werden, wenn er sich als ein geistlicher Weg versteht, der nach richtigen weltlichen Strukturen fragt. Foto: Niederberghaus

Nachdem ich zuletzt dafür warb, den heiligen Geist als Protagonisten des Synodalen Weges im Amt zu belassen, möchte ich der Frage nach der geistlichen Dimension weiter nachgehen. Um dabei nicht falsch verstanden zu werden: Die dem Synodalen Weg vorausgehenden Probleme, vornehmlich der Missbrauch, können nicht durch Rückzug in geistliche Wohligkeit gelöst werden – sie sind durch menschliche Fehlbarkeit entstanden in weltlichen Strukturen der Kirche, die hinterfragt werden müssen. Dass diese Strukturen zuerst der Evangelisierung dienen sollen, darf man nicht vergessen: Unglücklich ist, dass die jüngeren Konflikte um die Satzung des Synodalen Wegs ein Modell des Primats der Evangelisierung einem Strukturfragen-Modell gegenüberstellten – dies wird dem Dienstcharakter kirchlicher Strukturen nicht gerecht.

Synodalen Weg mit bestärkendem Glaubensfest verbinden

Dieses Dilemma kann umgangen werden, wenn der Synodale Weg sich als ein geistlicher Weg versteht, der nach richtigen weltlichen Strukturen fragt. Ich möchte für den zunehmend spektakulär erscheinenden Gedanken werben, dass Gott mit dem Synodalen Weg etwas zu tun haben und ihn zu einem Weg geistlicher Reife führen möchte.

Als 2010 die Missbrauchskrise ihren Höhepunkt erreichte, beschlossen die Bischöfe auf Anregung Kardinal Meisners, einen Eucharistischen Kongress auszurichten. Warum verbindet man den Synodalen Weg nicht mit einem bestärkenden Glaubensfest, das dem Geist Raum bietet, Synoden-Protagonist zu sein? Wie wird der Synodale Weg überhaupt geistlich begleitet? Wo findet Gott Raum, eine Rolle zu spielen? Wie kann gelingen, aus der geistlichen Mitte die Synodalen trotz Meinungsverschiedenheiten zu Einmütigkeit zu führen?

Würden Marx und Woelki aus dem Wald finden?

Konzerne versuchen zuweilen, Mitarbeiter durch Bonding-Wochenenden zusammenzuführen, die gegenseitiges Verständnis und Vertrauen stärken. Mag es sonderbar klingen: Wer weiß, welche Wege der heilige Geist die Kirche führen könnte, würden sich die Kardinäle Marx und Woelki im Wald verlaufen – und dann gemeinsam herausfinden?

Der Autor, 25, studiert Theologie in Münster

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