Balderschwang

Junge Federn: Der Tod ist nicht das Ende

Es schmerzt sehr, wenn man nahestehende Menschen verliert. Doch Christen wissen: Mit dem Tod ist nicht alles vorbei, sondern es fängt erst an.

Melaten-Friedhof Köln
Dieses Leben hört nicht einfach mit dem Tod auf, sondern wir gehen in ein anderes Leben hinüber – und sehen einander wieder. Foto: Oliver Berg (dpa)

Den 10. Oktober 2019 werde ich nie vergessen. An diesem Tag ist mein Opa gestorben. Mehr als 1.000 Kilometer trennten ihn, der in Gleiwitz im Krankenhaus lag, und mich, der ich gerade die dritte Woche an meinem neuen Arbeitsplatz in Balderschwang angetreten hatte. Mich und den Rest meiner Familie hat die Todesnachricht so sehr getroffen, dass an nichts anderes mehr zu denken war. Alles, was ich – was wir – tun konnten, war, sich mit ihm in Gedanken zu verbinden und für ihn zu beten. Täglich haben wir das getan, aber an eine Genesung war nicht mehr zu denken. Auch, wenn man sich gedanklich darauf vorbereitet hat, trifft es einen wie ein Schlag. Ein Menschenleben ist einfach so vorbei. Am Todestag selbst war es schwer, an einen guten Gott und dessen ebenso guten Pläne mit uns zu glauben.

Schlagartig zogen die Erinnerungen vorbei

Schlagartig zogen die Erinnerungen an mir vorbei. Besonders der letzte Besuch zum 85. Geburtstag vor zwei Jahren. Damals war unsere Familie wieder zusammengekommen. Feste feiern, wie sie fallen, war angesagt. „Hoffentlich war es nicht das letzte Mal, dass wir uns gesehen haben“, sagte ich, bevor ich in den Reisebus gestiegen bin. Hätte ich das nur nicht laut gesagt.

Zwei Monate später habe ich mit einem guten Freund, mit dem ich seit der Schulzeit verbunden geblieben bin, über Gott und die Welt und eben auch über den Glauben gesprochen. Er kann damit nichts anfangen, aber respektiert meine religiösen Überzeugungen. Ebenso schätze ich das, woraus er seine Kraft schöpft und wovon er zehrt. Man sollte sich selbst aber nicht nur über Leistung definieren und sagen: „Ich bin nur etwas, wenn ich Höchstleistungen bringe.“ Was ist im Alter, wenn der Zenit der Fitness überschritten ist? Gott sieht nicht auf unsere Leistungen, sondern auf das Herz, die Freude, aber auch das Leid, das er mit uns teilt. Deshalb ist er doch Mensch geworden.

Das Licht der Hoffnung darf nicht abhandenkommen

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Überzeugung ist ein gutes Stichwort. Ich glaube es nicht nur, sondern ich bin fest davon überzeugt, wie Kardinal Meisner, der sagte: „Mit dem Tod ist nicht alles aus, sondern es fängt erst an – und wie!“. Ja, es schmerzt sehr, wenn man Menschen verliert, die man liebt und die einem nahegestanden sind. Gerade uns Christen darf aber das Licht der Hoffnung nicht abhandenkommen. An Ostern leuchtet es uns wieder neu auf. Dieses Leben hört nicht einfach mit dem Tod auf, sondern wir gehen in ein anderes Leben hinüber – und sehen einander wieder. Das hört sich geschwollen fromm an, aber das ist eine der Grundfeste unseres Glaubens: Hoffnung. Verlieren wir sie nicht!

Der Autor 29, ist Online-Redakteur beim christlichen Sender Radio Horeb

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