Jugendsynode: Belgischer Bischof schlägt Weihe verheirateter Männer vor

Die Priesterweihe verheirateter Männer könne eine Möglichkeit sein, den Priestermangel zu bekämpfen, meint der belgische Weihbischof Kockerols. Dies sei aber nicht der einzige Lösungsweg.
Belgischer Weihbischof schlägt Weihe verheirateter Männer vor
Foto: Caroline Seidel (dpa) | Der Sprecher der belgischen Bischöfe räumte ein, dass die Weihe verheirateter Männer nicht die einzige Lösung sein könne, um dem Trend mangelnder Berufungen entgegenzuwirken.

Der belgische Weihbischof aus dem Erzbistum Mecheln-Brüssel, Jean Kockerols, hat in einem Redebeitrag vor der Jugendsynode im Vatikan die Weihe verheirateter Männer als mögliche Option genannt, um den Priestermangel zu bekämpfen. „Ich bin überzeugt, dass einige junge Männer, die aus der Taufe heraus den Aufruf vernommen haben, sich dem Bund der Ehe zu verpflichten, sofort mit ,Hier bin ich' antworten würden, wenn die Kirche sie ins Priesteramt rufen würde“, erklärte Kockerols vor der Synode, die auch das Thema Berufungsentscheidungen behandelt. Darüber berichtet die französische katholische Zeitung „La Croix“ in ihrer Online-Ausgabe.

Weihbischof sprach im Namen aller belgischen Bischöfe

Der Sprecher der belgischen Bischofskonferenz, Tommy Scholtes, bestätigte bereits, dass Bischof Kockerols seinen Wortbeitrag zuvor allen belgischen Bischöfen vorgelegt hatte. Der Brüsseler Weihbischof habe somit „im Namen der Bischofskonferenz“ gesprochen, als er sich für die Priesterweihe verheirateter Männer aussprach, so Scholtes gegenüber „cathobel.be“, dem offiziellen Online-Portal der katholischen Kirche in Belgien.

Der Sprecher der belgischen Bischöfe räumte aber auch ein, dass die Weihe verheirateter Männer nicht die einzige Lösung sein könne, um dem Trend mangelnder Berufungen entgegenzuwirken. Die Krise sei auch „eine Frage der Glaubwürdigkeit des Glaubens in der heutigen Welt“. In diesem Zusammenhang verwies Scholtes darauf, dass auch Protestanten oder Orthodoxe, die es ihren Priestern erlauben zu heiraten, Schwierigkeiten hätten, junge Männer zu finden, die den priesterlichen Dienst an der Kirche ausüben wollten.

Wenn Kirche sich nicht mehr bemüht, werde sie weiter an Glaubwürdigkeit verlieren

Weihbischof Kockerols sprach sich vor der Synode im Vatikan zudem für ein besseres Verständnis des Begriffs „Berufungen“ aus. Die Taufberufung sei „Quelle und Gipfel“ einer jeden anderen Berufung. Die Kirche müsse Jugendlichen dabei helfen, eine Exegese ihres Lebens vorzunehmen, „damit jeder in seinem eigenen Rhythmus ein Schüler Christi wird“, so Kockerols. Wenn sich die Kirche nicht mehr bemühe, werde sie weiter an Glaubwürdigkeit verlieren.

DT/mlu

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