Hamburg

Jesuitenpater Zollner: Positives Fazit zum Missbrauchsgipfel

Innerhalb der katholischen Kirche sei ein Prozess in Gang gesetzt worden, so der Jesuit Hans Zollner, der den Missbrauchsgipfel federführend organisierte.
Jesuit Zollner lobt Missbrauchsgipfel
Foto: Vincenzo Pinto (AFP) | Erstmals seien durch den Missbrauchsgipfel strukturelle Fragen in den Mittelpunkt gerückt worden, so der Jesuitenpater Hans Zollner.

Der Jesuitenpater Hans Zollner zieht ein positives Fazit zum Missbrauchsgipfel im Vatikan. Das Treffen der Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen weltweit, um über Aufarbeitung und Präventionsmaßnahmen gegen Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche zu diskutieren, habe einen Prozess in Gang gesetzt. Zollner, Mitglied der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen und Leiter des Centre for Child Protection in Rom, äußerte sich am Donnerstagabend bei einer Podiumsdiskussion zu den Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal, die von der Katholischen Akademie Hamburg veranstaltet wurde.

Zollner: Zentrale Frage ist Rechenschaftspflicht

Erstmals seien durch das Treffen strukturelle Fragen in den Mittelpunkt gerückt worden, so Zollner. Die zentrale Frage für den Jesuiten stellt dabei die Rechenschaftspflicht dar: „Es ist nicht machbar, dass allein der Papst weltweit 5 100 Bischöfen auf die Finger schaut.“ Stattdessen müsse ein Modell zur Einführung von Kontrollinstanzen, das auf dem Gipfel bereits vorgestellt worden war, nun auch in den nationalen Bischofskonferenzen Anwendung finden.

Große Fortschritte sieht der 52-Jährige, der an der Vorbereitung des Missbrauchsgipfels federführend beteiligt war, auch im Dialog mit Geistlichen aus Afrika, Asien, Osteuropa und Teilen Lateinamerikas. Diese hätten ihre Skepsis und innere Distanz überwunden. „Ich glaube, dass im Laufe der drei Tage diese Mauern weggebrochen sind“, so Zollner.

"Theologie des Missbrauchs" entwickeln

Der Jesuitenpater sieht dennoch weiteren Handlungsbedarf. Es gelte nun, eine „Theologie des Missbrauchs“ zu schaffen. Dabei müsse die Kirche ihr Nachdenken über Gott verändern und so ihrem „Kerngeschäft“ nachkommen.

DT/mlu

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