Israel: Schüler christlicher Schulen hängen in der Luft

Notlage: Regierung zahlt versprochene Finanzhilfen nicht aus

Vatikanstadt/Jerusalem (DT/KAP) Im Heiligen Land drücken die Schülerinnen und Schüler seit 1. September wieder die Schulbänke: Doch für 33 000 von ihnen ist nicht klar, ob sie das Schuljahr bis zum Ende besuchen werden. Es handelt sich um jene Kinder und Jugendlichen, die an einer der 47 christlichen Schulen in Israel eingeschrieben sind. Die israelische Regierung hatte versprochen, den Schulen finanziell beizustehen, aber bisher ist kein Geld in die Schulkassen geflossen, wie der in Nazareth residierende Weihbischof und Patriarchalvikar Giacinto Boulos Marcuzzo im Gespräch mit „Radio Vatikan“ erklärte. In den vergangenen sechs Jahren hätten die christlichen Schulen mehr als die Hälfte der israelischen Staatshilfen verloren und ohne dieses Geld werde es schwierig sein, die Einrichtungen aufrechtzuhalten.

Den kirchlichen Privatschulen mit 33 000 Schülerinnen und Schülern und dreitausend Lehrern droht der finanzielle Kollaps. Zum einen sind laut Kirchenvertretern die staatlichen Zuschüsse für diese Schulen in den vergangenen sechs Jahren um 45 Prozent heruntergefahren worden. Zum anderen ist die vom israelischen Bildungsministerium nach einem Schulstreik vom Herbst 2015 zugesagte Nachzahlung bis heute nicht eingegangen.

Vor genau einem Jahr hatte die israelische Regierung finanzielle Unterstützung versprochen, doch sei dieses Abkommen bislang nicht umgesetzt worden, so Marcuzzo. Das sei „schlimm“. „Das israelische Bildungsministerium hätte fünfzig Millionen US-Dollar überweisen sollen. Dieses Geld hätte die bisherigen Finanzierungslücken zum Teil ausgleichen sollen.“

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