Irland: Magee kündigt Stellungnahme an

Dublin (DT/KNA) Der ehemalige Bischof von Cloyne, John Magee (74), will sich demnächst zu den Ergebnissen des Untersuchungsberichts über die Missbrauchsfälle in der Diözese äußern. Magee hatte seit der Veröffentlichung des Reports, in dem er scharf kritisiert worden war, die Öffentlichkeit gemieden. Am Sonntag nun hatten ihn Reporter der Wochenzeitung „Sunday Independent“ an seinem Altersruhesitz angetroffen. Magee habe kein Interview geben wollen, aber im Gespräch angegeben, er sei nicht im Ausland gewesen, was viele vermutet hatten. Über seinen Bruder habe der ehemalige Bischof von Cloyne zudem mitgeteilt, er werde bald zu dem Bericht Stellung nehmen. Darüber hinaus berichtet die Zeitung, Magee habe ihr eine Erklärung zukommen lassen, in der er sich erneut bei den Missbrauchsopfern entschuldige. Seinen bisherigen Antworten habe er jedoch nichts hinzuzufügen. „Ich möchte darauf hinweisen, dass ich alle Fragen der Untersuchungskommission beantwortet habe und dass meine Antworten durch den Untersuchungsbericht öffentlich zugänglich sind“, zitiert das Blatt aus der Erklärung. Politiker und Missbrauchsopfer kritisierten diese jüngste Reaktion Magees. Innovationsminister Sean Sherlock sagte gegenüber der Tageszeitung „Irish Independent“ (Montag) er sei „erstaunt“ über die Äußerung des Bischofs. „Wenn er auch nur einen Hauch von Anstand oder Charakterstärke hat, sollte er sich den Medien stellen und alle Fragen beantworten. Es ist das mindeste, was die Menschen verdienen“, so Sherlock wörtlich. Eine Frau, die Magee wegen Missbrauchs angezeigt hatte, forderte in der Tageszeitung „Irish Times“ (Montag), der ehemalige Bischof solle sich der Öffentlichkeit stellen: „Wenn er uns auch nur im mindesten respektiert, sollte er uns treffen.“ Auch Geistliche hatten Magee öffentlich aufgefordert, sich den Fragen über seine Rolle bei den Missbrauchsfällen zu stellen. Unter anderem hatte Erzbischof Dermot Clifford, der die Leitung der Diözese Cloyne nach Magees Rücktritt übernommen hatte, im Juli betont, er hoffe, sein Vorgänger werde sich bald zu den Vorwürfen äußern.

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