Irland: Bischof fordert katholische Ja-Wähler zum Beichten auf

Katholiken, die beim Referendum über die Abtreibungsgesetzgebung für eine Aufhebung des Verbots gestimmt haben, sollten über eine Beichte nachdenken, so Bischof Kevin Doran.
Beichtstuhl
Foto: Symbolbild: dpa | Kevin Doran rät Katholiken, die beim Referendum über die Abtreibungsgesetzgebung für eine Aufhebung des Verbots gestimmt haben, zur Beichte zu gehen.

Der Bischof von Elphin äußerte sich in der Radiosendung „Today with Sean O'Rourke“. Er sagte nach Angaben der „Irish Times“: „Was ich zu einem Katholiken sagen würde, der mit Ja gestimmt hat, ist folgendes: Wenn Sie mit Ja gestimmt haben und wussten, dass dies Abtreibung zur Folge haben würde, dann sollten Sie darüber nachdenken, zur Beichte zu gehen“. Auf die Frage, ob es denn eine Sünde sei, mit Ja zu wählen, bekräftigte der Bischof: „Wenn sie darum wussten, dass Abtreibung das Ergebnis ist, und dies beabsichtigten – ja“. Die Vorstellung, dass die Kirche auf Umkehr besteht, seien nicht neu, fuhr Doran fort. Das sei seit 2000 Jahren Teil der Kirche: „Es geht um die Gnade Gottes und die Erneuerung der Beziehung."

Bischof Doran sagte ferner, Social Media-Kommentare in den letzten Tagen hätten angedeutet, dass einige Bürger in der Hoffnung mit Ja stimmten, dass mit der Regierung noch einmal darüber verhandelt werden könnte, „ihre Vorschläge zurückzunehmen“. „Um ehrlich zu sein“, so Doran, „angesichts der Feierlichkeiten, die kürzlich in Dublin Castle über die Aussicht auf Abtreibung stattfanden, halte ich das nicht für wahrscheinlich.“  Der Bischof von Elphin fügte hinzu, er glaube nicht, dass das Ergebnis die Grundwerte der Menschen verändern werde. Es gebe jetzt allerdings einen Unterschied zwischen dem persönlichen Glauben und der gemeinschaftlichen Religion. Oder, wie Dohan meint: „Es gibt kulturelle Katholiken und engagierte Katholiken“.

The Irish Times (Vivienne Clarke, Patsy McGarry) / DT (Josef Bordat)

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