Irak: Patriarchen wollen enger kooperieren

Wien (DT/KAP) Die 2014 bzw. 2015 neu ins Amt gekommenen Patriarchen von zwei unter schweren Verfolgungen leidenden Ostkirchen in Irak/Syrien, Ignatius Aphrem II. (Syrisch-orthodoxe Kirche) und Gewargis III. (Apostolische Kirche des Ostens), wollen enger kooperieren und damit eine „Ökumene der Märtyrer“ praktizieren. Wie die Stiftung „Pro Oriente“ am Mittwoch berichtet, hat in der Vorwoche im nordirakischen Erbil ein erstes Treffen des syrisch-orthodoxen und des „assyrischen“ Patriarchen stattgefunden. Ignatius Aphrem II. und Gewargis III. vereinbarten demnach eine Vertiefung der Beziehungen zwischen den beiden Kirchen der syrischen Tradition, die seit Jahrhunderten als Minderheiten in einem schwierigen, oft feindlichen Umfeld existieren. Die beiden Patriarchen repräsentieren die westsyrische und die ostsyrische Tradition des Christentums. Breiten Raum nahm bei dem Treffen zwischen den beiden Patriarchen und deren Delegationen die aktuelle Situation der Christen im Irak und in Syrien ein. Der neue Katholikos-Patriarch Gewargis III. hatte bei seiner Amtseinführung im September die religiösen und politischen Führungspersönlichkeiten des Nahen Ostens zum Dialog aufgerufen. Statt der „Trennungen und Meinungsverschiedenheiten“ sollten sie den Geist der Nächstenliebe in den Mittelpunkt stellen. Die Apostolische Kirche des Ostens, die heute oft als Assyrische Kirche bezeichnete Kirche des alten Perserreichs, hat im 20. Jahrhundert schwer gelitten. Trotzdem verfügt die Kirche, deren Wurzeln in die ersten Jahrhunderte des Christentums zurückreichen, im Nahen Osten nach wie vor über hohes Ansehen. Gewargis III., der 1941 als Daniel Sliwa in Habbanya geboren wurde, war zuerst Lehrer und wurde 1980 zum Priester geweiht Schon im folgenden Jahr wurde er zum Metropoliten von Bagdad erwählt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war er ab 1994 um den Aufbau der Diaspora-Seelsorge vor allem in der Russischen Föderation bemüht. In Moskau wurde die eindrucksvolle Marienkirche erbaut. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es in Russland und dem „nahen Ausland“ eine „assyrische“ Diaspora. Mar Gewargis bemühte sich aber auch, durch eine umfangreiche Reisetätigkeit die historischen Spuren der Apostolischen Kirche des Ostens in Erinnerung zu rufen.

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