Irak: Patriarch beordert Geistliche zurück

Rom (DT/KNA) Der chaldäisch-katholische Patriarch von Bagdad, Louis Raphael I. Sako, hat geflohene Geistliche in den Irak zurückbeordert. Priester und Ordensleute könnten sich nicht aussuchen, „wo sie dienen, wie sie dienen und wem sie dienen“, erklärte das Kirchenoberhaupt nach einem Bericht des italienischen bischöflichen Pressedienstes SIR (Dienstag). „Wir müssen an dem Ort leben und sterben, an den Gott uns ruft.“ Wer aus Angst vor den islamistischen Terrormilizen aus dem Irak ausgereist sei, müsse zurückkommen, forderte Sako. Seinen Klerikern setzte er eine Frist von einem Monat. Wer sich bis dahin nicht bei seinen kirchlichen Vorgesetzten gemeldet habe, müsse mit Disziplinarstrafen rechnen. Priester und Ordensleute hätten ihren Geschwistern im Glauben zu dienen und, wenn es nötig sei, auch das Kreuz auf sich zu nehmen, betonte das irakische Katholikenoberhaupt. Niemand dürfe ohne ausdrückliche Billigung seines Bischofs oder Ordensoberen die eigene Diözese oder Gemeinschaft verlassen. Sako verwies auf einen entsprechenden Beschluss der chaldäischen Bischofssynode vom Juni 2013. Dieser reagierte dem Bericht zufolge auf einen im Lauf der vergangenen Jahre eingetretenen Missstand. Die Bischöfe hielten in der Synode fest, der Ortswechsel eines Priesters erfordere sowohl die Zustimmung des entsendenden wie des aufnehmenden Bischofs.

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