Internationale Konferenz in Rom zum Darwin-Jahr

Die Päpstliche Universität Gregoriana befasst sich Anfang März mit Fakten und Theorien der Evolutionlehre

Vatikanstadt (DT/KNA) Mit einer internationalen Konferenz will der Vatikan einen Beitrag zum Darwin-Jahr 2009 leisten. Vom 3. bis 7. März geht es dabei im Kern um die Verhältnisbestimmung von Glaube und Evolutionstheorie, wie am Dienstag angekündigt wurde. Unter dem Thema „Biologische Evolution: Fakten und Theorien“ werden vermutlich auch der Streit zwischen Evolutionstheorie und Kreationismus und das umstrittene Konzept des „Intelligent Design“ zur Sprache kommen. Der Präsident des Päpstlichen Kulturrates, Erzbischof Gianfranco Ravasi, sagte vor Journalisten im Vatikan, er hoffe auf neue Impulse im Dialog zwischen Naturwissenschaft, Philosophie und Glaube. Bei der Vorstellung des Programms äußerten kirchliche Experten deutliche Vorbehalte gegen das Konzept des „Intelligent Design“. Demzufolge entwickelt sich die Welt nach dem Plan eines immer wieder eingreifenden Schöpfer- oder Vernunftprinzips. Der Jesuit Marc Leclerc, Philosoph an der Päpstlichen Universität Gregoriana, nannte die Theorie „völlig inakzeptabel“. Gott komme nicht wie ein „deus ex machina“, um Erklärungslücken zu schließen, die es in einer wissenschaftlichen Theorie gebe. Bei der fünftägigen Konferenz, die die Gregoriana mit der Universität Notre Dame (Illinois, USA) organisiert, sollen drei Dutzend europäische und nordamerikanische Wissenschaftler referieren. Außer dem Schweizer Medizin-Nobelpreisträger Werner Arber nimmt auch der deutsche Philosoph Jürgen Mittelstraß teil. Die Schirmherrschaft über die Tagung hat der Päpstliche Kulturrat übernommen. Die Annäherung aus naturwissenschaftlich-anthropologischer, philosophischer und theologischer Perspektive ziele auf grundlegende gemeinsame Überzeugungen, sagte Ravasi. Naturwissenschaft und Religion stünden nicht in Gegensatz zueinander, sondern müssten einander ergänzen. Zugleich wandte er sich gegen einen einseitigen Szientismus. Anlass für die Konferenz ist neben dem 200. Geburtstag des britischen Naturforschers Charles Darwin an diesem Donnerstag der 150. Jahrestag der Veröffentlichung seines Hauptwerks „Die Entstehung der Arten“.

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