Indien: Vollversammlung der Bischöfe berät über Probleme des Landes

Indiens Bischöfe konzentrieren sich bei ihrer Vollversammlung auf Nationalismus, Armut und den Schutz von Minderheiten als größte Herausforderungen des Landes.
Winter in Indien
Foto: B4601/_Channi Anand (AP) | Obdachlose sitzen am 07.01.2017 im indischen Jammu im Schutz einer Überführung um ein Lagerfeuer. Rund 800 Millionen Menschen des Landes leben in Armut.

In Indien, dem Land mit der weltweit zweitgrößten Bevölkerung, leben etwa 30 Millionen Christen, rund zwei Drittel sind katholisch. Das Land liegt auf Rang 11 des „Open Doors-Weltverfolgungsindex 2018“ (nach Platz 15 im Vorjahr und Rang 17 in 2016). Die Haupttriebkraft der Christenverfolgung in Indien sieht die Hilfsorganisation in „religiös motiviertem Nationalismus“.

Diesem Problem widmet sich auch die Generalversammlung der Indischen Bischofskonferenz, die vom 2. bis 9. Februar in Bangalore (Karnataka) abgehalten wird. Der Fokus der Versammlung liegt auch deshalb auf dem Nationalismus, weil er in den Augen der Bischöfe die Gefahr birgt, die pluralistische Identität des Landes zu beseitigen. Desweitern geht es bei der Versammlung um den Kampf gegen die Armut und um die Einbeziehung marginalisierter Bevölkerungsgruppen wie die Dalits.

Charles Bo, Erzbischof von Yangon (Myanmar), ist Ehrengast der Versammlung. In seiner Eröffnungsansprache lobte Kardinal Bo die indische Katholische Kirche. "Indien hat der Katholischen Kirche viel zu verdanken", sagte er seinen Mitbrüdern im Amt. "Millionen werden von deinen Diensten berührt. Du bist das Gesicht des barmherzigen Jesus für die Armen und die Zerbrochenen".

Tatsächlich leistet die Katholische Kirche in Indien viel. Obwohl weniger als zwei Prozent der indischen Bevölkerung katholisch ist, beträgt der Anteil kirchlicher Einrichtungen im Gesundheitswesen etwa 20 Prozent und in der Bildung rund 25 Prozent. Mindestens 10 Millionen Schüler und Studenten besuchen täglich katholische Einrichtungen.

AsiaNews / Josef Bordat

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