„In vielen Fragen sind wir Gleichgesinnte“

Patriarch Kyrill I.: Katholisch-orthodoxe Beziehungen verbessert

Moskau (DT/KNA) Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. hat die Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche gelobt. In den vergangenen Jahren hätten sich die katholisch-orthodoxen Beziehungen deutlich verbessert, sagte das Kirchenoberhaupt bei einer Begegnung mit Italiens Ministerpräsident Mario Monti am Sonntagabend in Moskau. „In vielen Fragen sind wir Gleichgesinnte, vor allem bei pastoralen Fragen rund um das Leben des modernen Menschen“, zitierte das Patriarchat Kyrill I. Dieser Themenbereich sei im bilateralen Dialog der Kirchen am wichtigsten, weil er einen direkten Bezug zum Leben der Menschen habe.

Der Patriarch fügte hinzu, dies bedeute nicht, dass „die traditionellen Probleme, die wir aus der Vergangenheit geerbt haben“, unwichtig seien. Es bedeute vielmehr, „dass sich unsere Aufmerksamkeit auf die drängenden Probleme richtet, die das Leben des modernen Christen betreffen, des orthodoxen wie des katholischen“. Beide Konfessionen berieten etwa über die spirituelle Krise, die mit der Erosion traditioneller moralischer Werte zusammenhänge. Die russisch-orthodoxe und die katholische Kirche träten gemeinsam für die christliche Haltung im öffentlichen Raum ein, betonte Kyrill I. Er verwies auf das Verfahren vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof um Kruzifixe in italienischen Schulen. Seine Kirche und der russische Staat hätten eine „sehr aktive Rolle“ gespielt, als das Straßburger Gericht sein ursprüngliches Kruzifixverbot in einem zweiten Urteil aufhob.

Seit der politischen Wende der 1990er Jahre gibt es kirchenpolitische Probleme zwischen russisch-orthodoxer und römisch-katholischer Kirche. Sie betreffen vor allem die Etablierung regulärer katholischer Kirchenstrukturen auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion, das die russisch-orthodoxe Kirche als ihr kanonisches Territorium ansieht.

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