In die Wahrheit Gottes einführen

„Der Heilige Geist führt uns in die Wahrheit Gottes ein, die Liebe“, so der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa bei einem Pontifikalamt in der Wallfahrtskirche von Maria Vesperbild.
Bayern feiert wieder Mariä Himmelfahrt
Foto: Stefan Puchner (dpa) | Die Mariengrotte der Wallfahrtsstätte Maria Vesperbild.

Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa war am Sonntagabend zu Gast in Maria Vesperbild. Nach einem Pontifikalamt in der Wallfahrtskirche nahm der Bischof mit rund 1 000 Gläubigen auch an der Lichterprozession teil. Sie führte über den Schlossberg zur Mariengrotte. Dort beendete Zdarsa den Abend mit dem Segen, bevor vom Musikverein Balzhausen noch die Papsthymne gespielt wurde. Er freue sich sehr über den Besuch des Bischofs, richtete sich Wallfahrtsdirektor Erwin Reichart an die Gläubigen. Denn ein Bischof stehe in der Nachfolge der Apostel. "Und das passt zum heutigen Fest ganz besonders, weil ja die Apostel ganz besonders geistbegabt worden sind und diese Gabe weitergegeben haben." Er bat die Gläubigen auch, dem Bischof für sein Wirken zum Wohle unserer Diözese und von uns allen dankbar zu sein.

Während des Pontifikalamts bezeichnete es Bischof Zdarsa als die zentrale Aufgabe des Heiligen Geistes, uns in die Wahrheit Gottes einzuführen. "Pfingsten heißt, dass sich uns Gott rückhaltlos mitteilt und uns in den lebendigen innergöttlichen Austausch zwischen Vater und Sohn hineinnimmt." Gottes Geist befähige uns dazu, das Evangelium Christi zu hören, zu verstehen und weiterzusagen, unterstrich der Augsburger Bischof. "Der Heilige Geist wird uns in die Frohe Botschaft hineinversetzen, damit wir verstehen und fähig sind, das, was wir verstanden haben, weiterzusagen, weiterzugegeben." Gott nehme jeden von uns ganz persönlich ernst. Er schenke sich uns rückhaltslos, so Zdarsa. "Und unsere Antwort darauf kann nur Liebe sein" - eine Liebe ohne Maß, wie der Bischof mit Bezug auf den heiligen Augustinus ergänzte.

Wo in dieser Haltung Gottes Geist gefolgt werde, da ergebe sich eine Menschlichkeit, die auch von nichtglaubenden Menschen als eine gelungene Humanität angesehen werde. Es komme darauf an, "dass wir miteinander, ja, dass wir mit jedem unserer Mitmenschen respektvoll und menschenwürdig umgehen." Er glaube unverbrüchlich daran, bekundete Bischof Konrad, "dass alles, was auch nur ansatzweise aus diesem Geist, dem Geist der Liebe, heraus geschieht, zutiefst menschenwürdig und langfristig von hoher Fruchtbarkeit gesegnet ist, weil es geistgewirkt ist." Dies gelte es auch bei Vorhaltungen anderen gegenüber zu beachten. Zuerst müssten wir immer unsere eigene Wortmeldung und unseren eigenen Sprachgebrauch überprüfen, nicht zuletzt in den innerkirchlichen Auseinandersetzungen. "Mögen wir doch dauerhaft davor bewahrt bleiben, die Wahrheit vor uns herzutragen oder sie gar von Mehrheitsvoten abhängig zu machen."

DT/pm

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