Hoffen, dass die Welt sich erinnert

Direktor von Caritas Jordanien: Die Flüchtlinge freuen sich auf den Heiligen Vater

Amman (DT/Fides) Eine syrische Muslimin aus Homs und ein irakischer Christ werden Papst Franziskus über das Leid und die Mühen ihrer Flucht berichten, wenn dieser im Rahmen seiner Pilgerreise in das Heilige Land in Bethanien Flüchtlingen, Kranken und Menschen mit einer Behinderung begegnen wird. Dies teilt der Direktor von Caritas Jordanien, Wael Suleiman, im Gespräch mit Fides mit. Das Treffen mit Papst Franziskus findet in einer noch nicht fertiggestellten Kirche statt, die sich in der Nähe jener Stelle befindet, wo Jesus der Überlieferung nach von Johannes dem Täufer getauft wurde. Unter den rund 400 Teilnehmer des Treffens werden rund 50 christliche und muslimische Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak anwesend sein. „Die syrischen und irakischen Flüchtlinge“, so Suleiman, „freuen sich bereits auf den Besuch des Papstes: unter den Irakern gibt es einige, die seit über 20 Jahren ein Flüchtlingsdasein leben. Alle hoffen, dass sich die Welt an sie erinnert und sich am ungewissen Horizont ihres harten Lebens etwas ändert. Dies habe ich auch vor einigen Tagen beim Besuch des Präsidenten von Caritas Internationalis, Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga, in unserem Land gespürt. An einem Gottesdienst, den er in Amman feierte nahmen über 700 christliche Flüchtlingsfamilien teil. Alle haben dabei ihre Freude über den bevorstehenden Besuch des Papstes zum Ausdruck gebracht.“.

An der Begegnung mit Franziskus werden auch über 350 Menschen mit einer Behinderung und Kranke aus verschiedenen Krankenhäusern in Jordanien teilnehmen, darunter auch krebskranke Kinder. Hunderte freiwillige Helfer der Caritas werden den kurzen Besuch des Papstes in Jordanien begleiten. In Bethanien am Jordan werden sie im Anschluss an die Begegnung mit dem Papst Mahlzeiten an die Teilnehmer verteilen. „Von den syrischen Flüchtlingen“, so Suleiman, „sind mit Sicherheit mehr als 20 000 Christen. Dies ist nur ein kleiner Teil der rund 1,3 Millionen Flüchtlinge aus Syrien, die nach Angaben der Regierung in Jordanien leben. Doch es ist vorherzusehen, dass die ausgewanderten Christen wohl kaum nach Kriegsende in die Heimat zurückkehren werden. Dies bedeutet, dass in einigen Städten wie Homs oder Aleppo viele ursprünglich von Christen bewohnte Stadtviertel leer bleiben werden.“

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16.09.2021, 13 Uhr
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