Hineingenommen in das Geheimnis Gottes

DVD über das Leben der seligen Elisabeth von der Dreifaltigkeit

1984 sprach Papst Johannes Paul II. die französische Karmelitin Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit (1880–1906) selig. Doch kann man wohl mit Recht sagen, dass sie in Deutschland bislang nur einem kleinen Kreis bekannt wurde. So ist es zu begrüßen, dass der Karmel von Dijon drei sehenswerte DVDs herausgegeben hat, die geeignet sind, die junge Selige einem breiten Publikum vorzustellen.

Die selige Elisabeth, in der Welt Marie-Joséphine Catez, hat der heutigen Zeit einiges zu sagen. Mit 21 Jahren in den Karmel eingetreten, gelangte sie zu einer mystischen Glaubenserfahrung von größter Tiefe: Sie durfte die göttliche Einwohnung der Heiligsten Dreifaltigkeit in ihrer Seele erleben. Ausgerechnet zu dem Glaubensgeheimnis, mit dem für viele Menschen die größten Schwierigkeiten verbunden sind, erhielt sie einen Zugang, der wohl nur ganz wenigen, besonders erwählten Gottesfreunden zuteil wird. Wo menschliche Verstandeskräfte an ihre Grenzen stoßen, setzte die Erfahrung ihres Herzens ein, die, in armen menschlichen Worten ausgedrückt, fast verwegen klingt, etwa, wenn die selige Elisabeth von den Personen des dreifaltigen Gottes als von „mes Trois“ („meinen Drei“) spricht. Ihr Leiden, das zu ihrem frühen Tod führte, ertrug Schwester Elisabeth in heroischer Geduld. Die Schriften der Seligen hat man „eines der reichhaltigsten geistlichen Zeugnisse“ des 20. Jahrhunderts genannt (P. Valentinus a S. Maria, in: LThK3 [21959], Sp. 816). „Es ist sehr notwendig, dass der liebe Gott in unserem lieben Frankreich für Auferstehungen sorgt“, schrieb Schwester Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit im Jahre 1905. Ihre Spiritualität und ihr Leben sind in der Lage, die Menschen mehr als ein Jahrhundert später der belebenden Gotteskraft entgegenzuführen, derer sie beileibe nicht nur in Frankreich bedürfen.

Die vom Kloster der Seligen, dem Karmel von Dijon, dargebotenen DVDs bringen zunächst den Dokumentarfilm „Sabeth“ über Elisabeths Lebensweg als „Lob Gottes“. Es erklingen musikalische Werke, die die Selige, eine ausgezeichnete Klavierspielerin, einst interpretierte. Ebenso kommen die heutigen Karmelitinnen von Dijon zeugnishaft zu Wort. Die dritte und letzte der DVDs präsentiert Erinnerungen von Familienangehörigen der seligen Schwester Elisabeth sowie bedeutsame Vorträge, die zum Verständnis ihres spirituellen Lebens beitragen, unter anderem von P. Conrad de Meester OCD, ihrem Biographen. Ebenso erhält man noch Informationen zum Entstehen des Dokumentarfilms (Regisseur Don Massimo Manservigi, Chefredakteur des Bistumsblattes von Ferrara).

Man kann dem Karmel von Dijon zu den neu erschienenen DVDs eigentlich nur herzlich gratulieren und ihnen die verdiente interessierte Aufnahme wünschen. Wer die Spiritualität des Karmel schätzt, wer insbesondere die heilige Theresia von Lisieux liebt und verehrt, wird an der seligen Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit nicht vorbeigehen, die von den Lebensdaten her eine jüngere Schwester der Kirchenlehrerin hätte sein können. Einmal mehr wird im Blick auf die Karmelitin von Dijon klar, dass das 19. Jahrhundert nicht nur Epigonentum hervorbrachte, sondern auch Gestalten und spirituelle Anstöße, die noch im 21. Jahrhundert wegweisend sind.

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