Heroischer Tugendgrad anerkannt

Bistum erwartet Dekret der Heiligsprechungskongregation im Verfahren für Bernhard Lehner

Regensburg (DT/KNA) Das im Bistum Regensburg Anfang der 1950er Jahre eingeleitete Seligsprechungsverfahren für Bernhard Lehner (1930–1944) hat eine wichtige Hürde genommen. Wie die Bischöfliche Pressestelle am Montag mitteilte, anerkannten die Theologen der römischen Heiligsprechungskongregation einstimmig den heroischen Tugendgrad für den „jugendlichen Diener Gottes“. Das offizielle Dekret aus Rom werde in einigen Wochen erwartet.

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller würdigte die Entscheidung. Lehner sei seinen Lehrern und allen, die ihm hätten begegnen dürfen, mit seinem stillen und festen Charakter stets über seine Jahre hinaus gereift erschienen. Mit seinem frohen Glauben und seiner Mitarbeit in der Kirche durch den Dienst am Altar könne er gerade Kindern und Jugendlichen heute Hilfe und Orientierung bieten, so der Bischof.

Lehner wurde 1930 als Sohn eines Schreiners im niederbayerischen Herrngiersdorf geboren. Schon als Volksschüler besuchte er fast täglich die heilige Messe. Sehr früh kam in dem Jungen der Wunsch auf, Priester zu werden. Dies wurde auch von seinem Pfarrer befürwortet. 1941 durfte er in das Seminar Obermünster in Regensburg eintreten. Als sein Grundsatz galt: „Im Beten der Frömmste, im Studieren der Fleißigste und im Spielen der Fröhlichste.“ Anfang Dezember 1943 erkrankte Bernhard an septischer Diphtherie. Sein Zustand verschlechterte sich zunehmend. Tapfer und geduldig soll der Junge alle Schmerzen ertragen haben. Bei vollem Bewusstsein starb er am 24. Januar 1944. Überliefert sind seine Worte: „Lasst mich doch sterben. Wer wird denn weinen, wenn man in den Himmel kommt!“ Schon zu Lebzeiten und besonders nach seinem Tod wurde er zum Vorbild für Kinder und Jugendliche. In der Not der Nachkriegszeit verbreitete sich sein Ruf als Fürsprecher bei Gott. Bisher wurden nach Angaben der Pressestelle gut 13 000 Gebetserhörungen gemeldet.

Themen & Autoren

Kirche