Heftige Kritik an reichen Ländern

Erzbischof Thissen: Katholiken müssen global denken

Hamburg (DT/KNA) Der Hamburger Erzbischof Werner Thissen hat kritisiert, die reicheren Länder lebten auf Kosten des Südens. Durch massiven CO2-Ausstoß, Energie- und Wasserverbrauch der Menschen im Norden drohe die Erde kaputtzugehen, sagte Thissen am Sonntag in Hamburg. Christen sollten sich für eine „Globalisierung der Solidarität“ einsetzen: „Wir müssen anders leben, damit andere überleben können.“ Der Erzbischof äußerte sich bei der Eröffnung der Sankt-Ansgar-Woche, mit der traditionell an den Bistumsgründer erinnert wird.

Thissen erklärte, als Mitglieder der Weltkirche müssten Katholiken global denken und sich für die ganze Welt mitverantwortlich fühlen. Bereits seit fünfzig Jahren gebe es für diese Aufgabe die Fastenaktion Misereor. Dabei gehe es nicht um Almosen, sondern um Gerechtigkeit, betonte Thissen, der Vorsitzender der Bischöflichen Kommission für das katholische Hilfswerk Misereor ist. Die Weltkirche hat nach den Worten des Erzbischofs auf diesem Gebiet Möglichkeiten wie niemand sonst. Christen seien Weltbürger und könnten daher keine Nationalisten sein. Thissen unterstrich, Misereor baue Brücken der Solidarität, Nächstenliebe und Gerechtigkeit zwischen Erdteilen, Kulturen und Religionen. Die 35. Sankt-Ansgar-Woche steht unter dem Leitwort „Beharrlich für die Einheit“. In zahlreichen Veranstaltungen wird in diesem Jahr das Thema Ökumene behandelt.

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