Gottes Spuren im eigenen Leben entdecken

Fünfhundert Jugendliche bei der vierten „Nacht des Heiligtums“ in Schönstatt

Vallendar (DT) Singend ziehen die Jugendlichen an den Häusern vorbei. Einige tragen Fackeln, andere kleine Lichter, eine Gruppe zu Beginn des Zuges schultert ein schlichtes Holzkreuz – ein Nachbau des Weltjugendtagkreuzes, das 2005 durch die deutschen Diözesen wanderte. Das Ziel des Zuges ist eine in farbige Lichter gehüllte Kapelle, die Gnadenkapelle von Schönstatt in Vallendar bei Koblenz. Am Urheiligtum, so nennen die Mitglieder der apostolischen Bewegung die Kapelle, in der 1914 Schönstatt gegründet wurde, kommen die Jugendlichen zur Ruhe, singen und beten.

Bereits zum vierten Mal findet die von Jugendlichen aus der Schönstatt-Bewegung organisierte „Nacht des Heiligtums“ statt. Mehr als fünfhundert junge Erwachsene im Alter von 16–30 Jahren, überwiegend aus dem deutschsprachigen Raum, besuchten kürzlich den Wallfahrtsort am Deutschen Eck. Aber auch Jugendliche aus Polen, Rumänien und Ungarn waren angereist und erlebten ein vielfältiges Programm unter dem Motto „Du wirkst. Unaufhaltsam“, bei dem die Veranstalter des Wochenendes, ein dreizehnköpfiges Team aus Ehrenamtlichen, Priestern und Schwestern, nach Meinung vieler Teilnehmer die richtige Mischung zwischen jugendlichem Glauben, Geselligkeit und Party gefunden hätten. Gemeinsam wollen die Angereisten dem Wirken Gottes in der Welt nachgehen und nach Spuren im eigenen Leben suchen.

Batterien aufladen und Kraft für das ganze Jahr sammeln

Kasia Sobiereiska aus Bromberg in Polen war bereits zum dritten Mal bei der Nacht des Heiligtums. Die 22-jährige Psychologie-Studentin arbeitet derzeit für einen Monat in einem Tagungshaus in Schönstatt. Sie macht das, weil sie die Zeit hier in Schönstatt dafür nutzen könne, um ihre Batterien aufzutanken und Kraft und Zuversicht für das ganze Jahr zu sammeln. Die Nacht des Heiligtums ist für sie der schönste Teil den Aufenthaltes, weil dann viele Freunde nach Schönstatt kommen würden, die sie in den vergangenen Jahren hier kennengelernt habe und der internationale Geist Schönstatts wieder lebendig werde. Natürlich musste sie immer wieder Sprachbarrieren überwinden, dieses Jahr aber habe sie die Texte für die Lichterprozession und die Anbetung im Vorfeld übersetzt und alles verstanden. „Die Anbetung vor dem Urheiligtum und die Lichterprozession waren einfach nur schön.“ Innerlich bewegt sei sie gewesen. So nebenbei erzählt sie auch, dass das diesjährige Motto besonders zu ihr passe, es überaus inspirierend auf sie wirke, auch weil sie schon öfters die Erfahrung machen durfte, dass Gott in ihrem Leben wirke. Außerdem gebe es Parallelen zum polnischen Jahresmotto. Beides dreht sich darum, dass alles Geschehen in der Welt nicht nur Zufall sei, sondern von Gott gewirkt.

Am samstäglichen Vormittag sprachen bei einem Podium fünf Personen vom Wirken Gottes in ihrem Leben: Die Marienschwester M. Julie Brcar aus Australien zum Beispiel erzählte von ihrer Berufungsgeschichte und brachte das Publikum mit ihrer freudigen Art mehrmals zum Lachen. Als 18-Jährige sei sie mit dem Fahrrad erstmals zu einer Schönstatt-Kapelle gepilgert und dann immer wieder dorthin gekommen.

Wie eine junge Frau ihre geistliche Berufung entdeckte

Durch das Gebet merkte sie, dass ihre Sehnsucht, ganz Gott allein zu gehören, immer größer wurde. Aber erst durch so offenkundige Zeichen Gottes in ihrem Leben habe sie den Mut gefunden, Marienschwester zu werden.

Im Anschluss wurden die Statements in Gesprächsrunden und Workshops vertieft, wobei ein vielfältiges Programm geboten wurde: So konnten sich Interessierte mit der neuen Sozialenzyklika Papst Benedikts XVI. auseinandersetzen, etwas von der Schönstatt-Pädagogik kennenlernen, Impulse für das eigene Beten bekommen oder sportliche Angebote wie Volleyball oder einen Tanzworkshop wahrnehmen.

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