Gelübde als Kraftquelle

Zum Gedenktag des seligen Pius vom heiligen Aloisius Campidelli am 2. November. Von Katrin Krips-Schmidt

Zum Charisma der Kongregation vom Leiden Jesu Christi – kurz Passionisten genannt – gehört, dass ihre Mitglieder neben den drei Ordensgelübden der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams noch ein viertes ablegen, mit dem sie sich verpflichten, das Leiden, Sterben und die Auferstehung Christi beständig zu betrachten. Ein junger Passionist auf dem Weg in den Priesterstand, der durch eine schwere Erkrankung jedoch an der Fortsetzung dieses Vorhabens gehindert war, opferte sein eigenes Leiden und schließlich sein Leben für die Kirche, den Papst, für die Bekehrung der Sünder und für seine geliebte Heimat – die norditalienische Romagna auf. Der selige Pius vom heiligen Aloisius Campidelli wurde nur 21 Jahre alt, als er am 2. November 1889 starb.

Der Selige stammte aus einer armen und sehr gläubigen Bauernfamilie. Er wurde am 29. April 1868 als vierter von sechs Söhnen in Trebbio geboren und am selben Tag auf den Namen Luigi Campidelli getauft. Der Junge mit der anfälligen Gesundheit, der dennoch jeden Tag fünf Kilometer zu Fuß zurücklegte, um an der heiligen Messe teilzunehmen, lernte mit zwölf Jahren bei einer Volksmission die Patres der Passionisten kennen. Seit dieser Begegnung verspürte er den Wunsch, selbst Priester zu werden.

Ins Noviziat konnte er jedoch erst eintreten, als er das vierzehnte Lebensjahr vollendet hatte. Dort, im Konvent der Passionisten in Casale empfing er im Mai 1882 den Habit der Passionisten und erhielt den Namen Pius vom heiligen Aloisius. Diesem Namen machte er alle Ehre. Innerlich gesammelt sei er gewesen, demütig und außerordentlich bescheiden – so erinnerte man sich noch Jahre später an den frommen Novizen.

Als er sich auf den Empfang der Subdiakonatsweihe vorbereitete – in damaliger Zeit war und auch heute noch ist es in den Gesellschaften apostolischen Lebens, die die außerordentliche Form des römischen Ritus feiern, die erste der höheren Weihen – machten sich Ende 1888 die ersten Anzeichen einer Tuberkulose bemerkbar. Pius nahm seine Krankheit tapfer auf sich und setzte damit die Sendung seiner Ordensgemeinschaft auf besondere Weise um. „In dem speziellen Gelübde der Passionisten fand er die Kraft, sein Leben ganz und gar für Gott zu geben und so die Berufung zu erfüllen, die seine Ordensfamilie in der Kirche hat“, sagte Papst Johannes Paul II. am 17. November 1985 in seiner Ansprache anlässlich der Seligsprechung von Pius vom heiligen Aloisius.

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