Gedenken an Abbé Franz Stock in Frankreich

Paris/Chartres (DT/KNA) Mit einem militärischen Zeremoniell an der ehemaligen NS-Hinrichtungsstätte Mont Valerien bei Paris und einem Pontifikalamt in der Kathedrale von Chartres haben hochrangige Politiker und Kirchenvertreter aus Frankreich und Deutschland am Wochenende den vor 60 Jahren verstorbenen Priester Abbé Franz Stock (1904–1948) geehrt. Der gebürtige Sauerländer betreute in den 30er Jahren die deutsche Gemeinde in Paris. Unter deutscher Besatzung (1940 bis 1944) begleitete er über 1 000 zumeist französische Angehörige des Widerstands und Geiseln auf ihrem Weg zur Hinrichtung. Nach dem Krieg leitete er für deutsche Kriegsgefangene bis 1947 ein „Priesterseminar hinter Stacheldraht“. Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) ehrten den Pater und die französischen Widerstandskämpfer an der heutigen Gedenkstätte „Memorial de la France Combattante“. Stock habe bei den Exekutionen mit „seinem brüderlichen und tief menschlichen Blick auf jeden Verurteilten“ eine „Aussöhnung vor der Aussöhnung“ gelebt, sagte Sarkozy. Mit Rüttgers besuchte fast 63 Jahre nach Kriegsende erstmals ein hochrangiger deutscher Politiker offiziell die zentrale Gedenkstätte für den Widerstand. Das Pontifikalamt feierten neben dem Bischof von Chartres, Michel Pansard, der Apostolische Nuntius in Frankreich, Fortunato Bardelli, sowie der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker.

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