Franziskaner kritisieren Israels Visa-Politik

Jerusalem (DT/KNA) Anhaltende Probleme bei der Vergabe von Visa für Geistliche in Israel beklagt Franziskanerkustos Pierbattista Pizzaballa. In dieser Frage scheine die gegenwärtige Regierung unter Benjamin Netanjahu „noch restriktiver vorzugehen“, sagte der Franziskanerobere im Heiligen Land am Montag auf Anfrage. Das sei aber nur ein einzelner Aspekt und nicht „so neu“. Insgesamt gebe es keine bedeutenden Veränderungen in der Zusammenarbeit zwischen Kirche und Behörden – „weder zum Positiven noch zum Negativen“. Als Minderheit stünden die Christen vor vielen Problemen, sagte Pizzaballa. „Wir haben weniger Rechte. Durch den Aufkauf von Besitz wird versucht, unsere Präsenz zurückzudrängen.“ Zugleich betonte der Franziskaner, die Christen im Heiligen Land müssten ihre Präsenz nicht rechtfertigen: „Wir sind seit 2 000 Jahren hier.“ Sie seien Palästinenser mit derselben Kultur und Identität. Es gebe mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Mit Blick auf den Friedensprozess äußerte sich Pizzaballa wenig zuversichtlich. Dazu brauche es charismatische Führer. „Die haben wir derzeit weder in Israel noch in der Palästinenserbehörde.“ Den Stopp des Siedlungsbaus im Westjordanland durch Israel bezeichnete der Franziskaner als einen „Schritt, wenngleich er keine endgültige Lösung ist“. Problematisch sei vor allem die zeitliche Begrenzung.

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