Ernennungen verhindern

Anglikaner: Hohe Hürden für homosexuelle Bischofsanwärter

London (DT/KNA) Die anglikanische Kirche von England will offenbar die Ernennung homosexueller Bischöfe durch hohe Anforderungen an die Kandidaten verhindern. Nach Angaben der Wochenzeitung „Church Times“ (Freitag) stellten die Bischöfe auf einem geheimen Treffen am Mittwoch eine Liste von Voraussetzungen für das Bischofsamt auf, die eine Berufung Homosexueller in das Leitungsamt so gut wie unmöglich machen soll. Die Oberhirten reagierten damit laut der Zeitung auf eine im vergangenen Jahr eingeführte Gleichberechtigungsrichtlinie der britischen Regierung, die eine Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung verbietet. An diese Richtlinie ist auch das Gremium gebunden, das die Bischöfe der Kirche von England nominiert. Zentrales Argument der Kirchenführer ist laut „Church Times“, dass ein Bischof als „einender Mittelpunkt“ seiner Gemeinde dienen solle. Die Ernennungskommission müsse entscheiden, ob jemand, der in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebe oder gelebt habe, diese Rolle ausfüllen könne. Dabei sei zu berücksichtigen, ob der Kandidat der Lehre der Kirche zu gleichgeschlechtlichen Beziehungen gefolgt sei, ob er „Reue für frühere gleichgeschlechtliche Aktivitäten“ zeige und ob seine Ernennung Uneinigkeit unter den Gläubigen hervorrufen könne.

Demnach müsste ein homosexueller Kandidat entweder lebenslang keusch gelebt oder seinem früheren Lebensstil abgeschworen haben, so die „Church Times“. Eine stabile Partnerschaft genüge bei Homosexuellen nicht als Zulassungsvoraussetzung. Andererseits gebe es keine entsprechenden Richtlinien für heterosexuelle Kandidaten.

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