Erfolgreiche Pädagogin

Zum Gedenktag der heiligen Théodore Guérin am 14. Mai. Von Katrin Krips-Schmidt

Großes Vertrauen auf die göttliche Vorsehung begegnet uns in der Heiligen des heutigen Tages. Die aus Frankreich stammende Ordensschwester und Ordensgründerin Théodore Guérin führte ein ereignisreiches Leben, in dem es viele Widerstände und Widrigkeiten zu überwinden galt. Am 2. Oktober 1798 am Ende der Französischen Revolution als Anne-Thérese in Étables-sur-Mer an der bretonischen Küste geboren, wurde sie von der tiefreligiösen Mutter im katholischen Glauben erzogen. Mit zehn Jahren empfing sie die erste heilige Kommunion und vertraute ihrem Heimatpfarrer ihren Wunsch an, in einen Orden einzutreten. Als sie fünfzehn war, wurde der Vater von Räubern ermordet. Mehrere Jahre lang sorgte sich Anne-Thérese nun um ihre Mutter, ihre jüngere Schwester und den Haushalt, bis sie schließlich 1823 der Kongregation der Schwestern der Göttlichen Vorsehung von Ruillé-sur-Loire beitrat und den Ordensnamen Théodore annahm. Die noch junge Kommunität widmete sich der Erziehung und nahm sich der Pflege bedürftiger Kranker an.

Während ihres Noviziats erkrankte Schwester Théodore schwer, und fast hätte sie diese Zeit nicht überlebt. Das Medikament, das man ihr gab, schädigte ihr Magen-Darm-System so stark, dass sie für den Rest ihres Lebens nur noch flüssige Nahrung zu sich nehmen konnte.

1825 empfing sie das Ordenskleid und legte die zeitlichen Gelübde ab. In einer Schule in Rennes übernahm sie die Aufgabe, Kinder zu unterrichten und zu erziehen – im nachrevolutionären Frankreich war das keine leichte Aufgabe. Doch sie hatte Erfolg, und ihre pädagogischen Fähigkeiten wurden so geschätzt, dass ihr dafür sogar die Ehrenmedaille der „Akademie von Angers“ verliehen wurde. Darüber hinaus machte sie auch Krankenbesuche. Um diesen Dienst noch besser zu versehen, ließ sie sich von einem Arzt in Medizin unterrichten.

Als der Bischof der amerikanischen Diözese Vincennes (Indiana) im Jahr 1839 um die Entsendung von Missionsschwestern bat, folgte sie mit fünf Gefährtinnen diesem Ruf. Im Oktober 1840 kam sie nach einer langen Reise in Saint-Mary-of-the-Woods an, wo sie neue enorme Herausforderungen zu meistern hatte. Inmitten von Wäldern, in einer regelrechten Wildnis, kamen die Schwestern zunächst in einer kleinen Hütte unter, sie mussten die fremde Sprache lernen und gegen die antikatholischen Vorurteile ihrer Umgebung ankämpfen. Beharrlich ging Théodore daran, Schulen aufzubauen. Die erste Akademie öffnete ihre Pforten am 4. Juli 1841, weitere Gründungen folgten rasch. Als Mutter Théodore – sie war inzwischen die Oberin der von ihr in Indiana ins Leben gerufenen „Schwestern der Göttlichen Vorsehung von Saint-Mary-of-the-Woods“ geworden – am 14. Mai 1856 infolge ihrer gesundheitlichen Leiden starb, gehörten ihrer Gemeinschaft 64 Schwestern, zwölf Novizinnen und 16 Postulantinnen an, und ihre zwölf Bildungshäuser wurden von mehr als 1 200 Schülern besucht. Heute wirkt der Orden in 19 Bundesstaaten der USA und in Asien (derzeit in Taiwan und in China).

Mutter Théodore wurde am 25. Oktober 1998 von Papst Johannes Paul II. selig- und am 15. Oktober 2006 von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen.

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