Ehrenerklärung abgegeben

Nordische Bischöfe: Betrugsvorwürfe in Oslo voll aufklären

Essen (DT/KNA) Die katholische Nordische Bischofskonferenz hat eine Ehrenerklärung für ihren Amtsbruder Bischof Bernt Eidsvig von Oslo abgegeben. Sie wüssten, dass er ein „ernsthafter und ehrenwerter Hirte seiner Kirche“ sei, erklärten die nordischen Bischöfe zum Abschluss ihrer Vollversammlung am Freitag in Essen. Sie vertrauten darauf, dass eine „volle Zusammenarbeit zwischen Bischof Eidsvig und den staatlichen Behörden zu einer vollständigen Aufklärung der Angelegenheit führen“ werde. Hintergrund ist ein Betrugsvorwurf bei der Registrierung von Gläubigen in der Diözese Oslo. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Bischof und mehrere Mitarbeiter der Erzdiözese. Bereits zuvor hatten die Spitzen der Bischofskonferenz den Vorwurf vorsätzlicher Täuschung im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) zurückgewiesen.

Die Generalsekretärin der Bischofskonferenz, Anna Mirijam Kaschner, verwies auf falsche Zahlen, die über die Medien verbreitet würden. Dort werde stets von 67 000 falsch registrierten Mitgliedern gesprochen und von 5,6 Millionen Euro Staatszuschüssen, die die Kirche dadurch unrechtmäßig erhalten habe. Diese 67 000 „wären sämtliche Personen, die von 2010 bis 2014 überhaupt registriert wurden“. Davon falle aber nur ein kleiner Teil unter die Falschregistrierungen. Der Bischof der norwegischen Prälatur Tromsö, Berislav Grgic, sagte der KNA, mit Stand Ende Januar seien auf Nachfrage der Diözese von den genannten 67 000 rund 4 000 in Wahrheit nicht katholisch gewesen. Viele hätten auch erklärt: „Wir sind katholisch, aber wir wollen nicht offiziell registriert werden.“ Der Bischofskonferenz-Vorsitzende, Bischof Anders Arborelius von Stockholm, verwies auf die großen Schwierigkeiten aller Religionsgemeinschaften in Skandinavien, ihre Mitglieder ordentlich zu registrieren. Gerade in Oslo kämen viele Menschen aus aller Welt an, darunter sehr viele Flüchtlinge. „Von den Behörden erfahren wir nicht, wer katholisch ist.“ Die Kontaktaufnahme in den ersten Monaten sei entscheidend. „Für uns ist es lebenswichtig, unsere Glaubensgenossen zu finden – sonst können wir sie nicht pastoral betreuen und ihnen helfen“, so Arborelius. Die Bischofskonferenz forderte die staatlichen Behörden auf, den Religionsgemeinschaften aktiv bei der Registrierung zu helfen. So könnte der Staat seine Registrierungsinstrumente zur Verfügung stellen, etwa die Flüchtlingsregister. Allerdings, so Arborelius, werde Religion in Skandinavien traditionell „als Privatsache betrachtet“; man wolle die Menschen dazu nicht amtlich befragen.

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