Dominikaner: Beichte ist „in einer Krise“

Bonn (DT/KNA) Trotz größerem Andrang zur Weihnachtszeit sieht der Dominikaner Antonius Walter das Beichtsakrament in einer Krise. Der Priester im Beichtstuhl müsse heute ebenso Therapeut wie Autorität verkörpern, sagte der Pater der „Zeit“-Beilage „Christ&Welt“ (Donnerstag). Grundsätzlich nutzten aber nur noch wenige das Sakrament. „Das Beichtsakrament ist in einer Krise.“ Die Ursache der Krise verortet Pater Antonius auch in der Vergangenheit: „Sicher haben Vertreter der Kirche früher manches falsch gemacht. Die Beichte war auch ein Instrument der Macht.“ Dass zusätzliche Beichtzeiten im St. Paulus Kloster Berlin-Moabit zuletzt so gut angenommen wurden, habe den Prior daher sehr überrascht. Vor allem junge Menschen zwischen 25 und 40 hätten zur Weihnachtszeit den Beichtstuhl aufgesucht, um offen aussprechen zu können, was ihnen auf dem Herzen liegt. „Ich versuche darauf hinzuarbeiten, dass der Beichtende selbst erkennt, wo seine Probleme liegen, wo es etwas zu verändern gibt“, so Pater Antonius. Im Gegensatz zum Psychotherapeuten könne ein Priester sagen: Deine Sünden sind dir vergeben. „Geschehenes ungeschehen machen, das kann auch ein Beichtvater nicht“, betonte der Dominikaner-Mönch, „aber er kann einen Neuanfang ermöglichen.“

Themen & Autoren

Kirche

Schwules Paar
Rezension
Eine Wegweisung im LGBTIQ - Dschungel Premium Inhalt
Daniel Mattson legt in seinem autobiografischen Buch "Warum ich mich nicht als schwul bezeichne" tiefe Gedanken über Sexualität, persönliche Freiheit und die Lehre der Kirche vor.
19.09.2021, 17 Uhr
Barbara Stühlmeyer