Diözese Eisenstadt verweigert Grenzzaun

Eisenstadt (DT) Die Entscheidung des burgenländischen Bischofs Ägidius Zsifkovics, die Errichtung von Grenzzäunen zu Ungarn auf kirchlichen Gründen nicht zuzulassen, findet internationale Aufmerksamkeit. Dominik Orieschnig, bischöflicher Sekretär und Pressesprecher, erklärte am Samstag: „Anti-Migrations-Zäune auf kirchlichen Grundstücken zuzulassen ist ein Widerspruch in sich, nachdem die Diözese Eisenstadt so viele Flüchtlinge aufgenommen hat.“ Ein solches Vorhaben sei ein „klarer Bruch mit der Botschaft der Kirche“, „ein Widerspruch zum Geist des Evangeliums“. Die Diözese Eisenstadt habe im vergangenen Jahr auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle zahlreichen Schutzsuchenden, darunter Kindern, Frauen, älteren und geschwächten Menschen, Hilfe, Solidarität und Betreuung zukommen lassen. „Es wäre jetzt in dieser Situation pervers, auf kirchlichen Gründen einen Grenzzaun zuzulassen“, so Orieschnig. Dies umso mehr, als die Diözese über Jahrzehnte vom „Schatten des Eisernen Vorhangs“ betroffen war. Einmal mehr zeige sich die Flüchtlingskrise als „Feuerprobe für das Christentum“, da sie offenlege, „wo das Christentum zu einem Taufschein-Katholizismus oder zu einem nackten Kirchenbeitrags-Katholizismus verkommen“ sei und „wo es eine wirklich christliche Haltung“ zeige, die bereit ist, in schwierigen Situationen Rückgrat an den Tag zu legen und ein Ethos der christlichen Nächstenliebe, der Solidarität und Mitmenschlichkeit zu leben.

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