Die Märtyrer von Brasilien

Zum Gedenktag des seligen Andreas de Soveral und seiner Gefährten am 16. Juli. Von Katrin Krips-Schmidt

In diesen Tagen lädt der Weltjugendtag Gläubige von allen Enden der Erde nach Rio de Janeiro, damit sie hier unter Gleichgesinnten ihren Glauben an Christus bezeugen. Diese Begegnung wäre ohne den Einsatz der vielen Missionare nicht denkbar gewesen, die das Evangelium in den Weiten des südamerikanischen Kontinents verkündet und sich wie die Seligen des heutigen Tages – die 30 Märtyrer von Brasilien, Priester, Laien und Kinder – geopfert haben. An deren Spitze stehen zwei Priester: Ambrosius Franziskus Ferro und Andreas de Soveral, die zwei Gruppen von Blutzeugen repräsentieren, die am 3. Oktober 1645 beziehungsweise am 16. Juli desselben Jahres in Rio Grande do Norte, einem Bundesstaat im Nordosten Brasiliens, auf grausame Weise von Söldnertruppen holländischer Kolonialherren ermordet wurden. Dieses Gebiet wurde 1597 von den Portugiesen missioniert, ab 1630 jedoch von den Holländern erobert, die als Calvinisten die Anhänger der katholischen Religion verfolgten.

Zu diesen gehörte der um 1572 in Sao Vicente bei Santos in Brasilien geborene Andreas de Soveral, der 1593 der Gesellschaft Jesu beitrat. Nach dem Erlernen der Sprache der Indios wurde er in die Mission entsandt, zunächst an ein katechetisches Zentrum in Olinga, ab 1606 zu den Potiguara-Indios in Rio Grande do Norte in der nordöstlichsten Ecke Südamerikas. Seit 1614 war er als Pfarrer der Gemeinde Unserer Lieben Frau von der Läuterung in Cunhau tätig – vermutlich hatte er zu diesem Zeitpunkt die Jesuiten verlassen.

Als er am 16. Juli 1645 gerade die Messe mit etwa siebzig Gläubigen feierte, drangen nach der Wandlung bewaffnete holländische Soldaten und Indios in die Kirche ein, versperrten die Ausgänge, sodass keiner mehr entkommen konnte. Pfarrer de Soveral wurde von der Axt eines Indios tödlich getroffen, mit ihm erlitten noch weitere der hier zum Gottesdienst Versammelten das Martyrium. Andreas de Soveral und seine Gefährten wurden am 5. März 2000 von Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen.

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