Deutsche Bischöfe reisen in die Türkei

Bonn (DT/KNA) Zehn deutsche Bischöfe starten am Montag zu einer Pilgerreise in die Türkei. Unter Leitung des Kölner Kardinals Joachim Meisner besuchen sie unter anderem Istanbul und das südtürkische Tarsus, den Geburtsort des Apostels Paulus. Seit längerem appellieren Bischöfe an die Türkei, dort dauerhaft eine Kirche zu genehmigen. Die fünftägige Reise steht unter dem Leitwort „Auf den Spuren des Heiligen Paulus“. Aus Anlass des 2.000. Geburtstages des Apostels hat Papst Benedikt XVI. ein Paulusjahr ausgerufen, das im Juni eröffnet wurde. Bisher sei den Christen nur die Nutzung einer alten Kirche während des Paulusjahres zugestanden worden, sagte Meisner vor einigen Tagen in einem Interview der „Kölner Kirchenzeitung“. Unter dem Aspekt der rechtlich garantierten Religionsfreiheit sei das „einfach zu wenig“. Der Kardinal forderte, am Geburtsort des Apostels müsse es „dauerhaft und über das Paulusjahr hinaus ein festes Gotteshaus und eine Pilgerzentrum“ geben. Meisner hatte den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan brieflich um Unterstützung des Anliegens gebeten. Zu der Initiative hätten ihn auch die Spannungen um den Bau einer großen Moschee in Köln inspiriert, so der Kardinal damals. Ein Pilgerzentrum in Tarsus könne auch in Deutschland Kontroversen um Moscheebauten entschärfen.

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