Der „zweite Vater“ der Serviten

Zum Gedenktag des heiligen Philippus Benitius am 22. August. Von Katrin Krips-Schmidt

Der heilige Philippus Benitius entstammte dem florentinischen Adel. Er wurde am 15. August 1233 in Florenz geboren, im selben Jahr, in dem der Ordo Servorum Mariae von sieben Kaufleuten – den 1888 von Papst Leo XIII. kanonisierten „Sieben heiligen Gründern des Servitenordens“ – ins Leben gerufen wurde. Benitius sollte zum „zweiten Vater“ dieser Gemeinschaft und deren weiblichem Zweig, der Servitinnen, werden.

Schon in seiner Kindheit und Jugendzeit hoch begabt, erhielt er Unterricht von einem Hauslehrer, studierte Philosophie in Paris, anschließend Medizin in Padua und promovierte auch noch in beiden Fächern. Mit 19 Jahren wieder zurück in seiner Heimatstadt, war er unschlüssig über seine Zukunft. Von Maria erhielt er in einer Vision die Aufforderung, sich den Serviten anzuschließen, was er 1254 auch tat. Am liebsten wäre er wohl bis an sein Lebensende einfacher Laienbruder geblieben und hätte in der Küche oder als Pförtner gedient. Doch die Stifter des Ordens, die noch am Leben waren, erkannten seine besonderen Gaben und Fähigkeiten, und so wurde Bruder Benitius 1259 zum Priester geweiht und 1267 zum Generaloberen gewählt. Dieses Amt sollte er neunzehn Jahre lang, bis zu seinem Tod, bekleiden. Auf seinen weiten Missionsreisen, die ihn bis nach Deutschland führten, machte er den Orden über die Grenzen Italiens hinaus bekannt. 1275 entstand in Deutschland die erste Niederlassung der Serviten.

Benitius nahm sich besonders der Armen und Kranken an. Als er eines Tages so sehr von der Not eines Leprakranken berührt wurde, der von ihm ein Almosen erbat, schenkte der freigebige Mönch ihm seinen Mantel. In dem Moment, als der Bettler das Gewand um seinen Leib schlang, war er von seiner Krankheit geheilt. Am 22. August 1285 starb Philippus Benitius entkräftet – gerade 52-jährig – an einem Fieber in Todi. Nach seinem Tod trugen sich weitere Heilungswunder zu: Blinde, die sein Grab berührten, konnten wieder sehen, Gelähmte wieder gehen.

Papst Innozenz X. sprach Benitius 1645 selig, seine Heiligsprechung erfolgte 1671 durch Papst Clemens X.

Dargestellt wird Benitius bisweilen mit einer abgelegten Tiara zu seinen Füßen. Dieses ikonographische Merkmal lässt sich darauf zurückführen, dass er vor den auf einem Konklave versammelten Kardinälen geflohen sein soll, die ihn zum Papst wählen wollten.

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