Das Schneewunder in Rom

Maria Schnee – Zum Gedenktag der Kirchweihe von Santa Maria Maggiore am 5. August. Von Katrin Krips-Schmidt

Am 5. August gedenkt die Kirche des Festes der Einweihung der bedeutendsten und vermutlich auch ältesten der ungefähr achtzig Marienkirchen der Stadt Rom. Auf alle Fälle ist Santa Maria Maggiore die älteste der vier Patriarchalkirchen der Ewigen Stadt und die einzige spätantike Basilika, die weite Teile ihrer baulichen Substanz bis heute erhalten konnte.

Auch wenn Santa Maria Maggiore nicht gerade in einem repräsentativen Viertel, sondern nur einen Steinwurf vom Hauptbahnhof entfernt angesiedelt ist, handelt es sich bei der auf einem der sieben Hügel Roms erbauten Kirche um eine der prächtigsten Italiens. Der Legende nach beruht ihre Entstehung auf dem „Schneewunder“, was dem heutigen Gedenktag auch den Namen „Maria Schnee“ eingebracht hat. Der Überlieferung zufolge erschien die Gottesmutter in der Nacht vom 4. auf den 5. August 352 nicht nur Papst Liberius, sondern auch dem römischen Patrizier Johannes im Traum. Sie forderte den Heiligen Vater auf, auf dem Esquilin eine ihr geweihte Kirche zu errichten. Schneefall werde die genaue Stelle bezeichnen. Und tatsächlich: In der Nacht geschah das Schneewunder und am nächsten Morgen war der Esquilin mitten im Hochsommer mit weißen Flocken bedeckt. Papst Liberius zeichnete den Plan der neuen Kirche in den Schnee hinein (daher auch ihr Name „Basilica Liberiana“), der wohlhabende Kaufmann Johannes trug die Kosten des Neubaus, der zuerst, aber auch bis heute noch Santa Maria ad Nives (deutsch: Maria Schnee) hieß. Die Basilika beherbergt die Grablegen mehrerer Päpste, unter anderem von Papst Pius V., Paul V. und Clemens VIII., und in der Apsis wird in einem prachtvollen Mosaik die Krönung Mariens durch Christus dargestellt. Unterhalb des Papstaltars befindet sich eine Krippendarstellung, die Krippenreliquien aus Bethlehem enthält. Der Volksmund kennt die Bauernregel: „Regen an Maria Schnee, tut dem Korn empfindlich weh.“

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