Rom

Corona-Exerzitien: Gottes Nähe trotzdem suchen

Die Verpflichtung zum Tun des Guten verdankt sich dem Glauben.

Coronavirus: Drastische Maßnahmen in Italien
Vor dem Pantheon in Rom. Nach dem Willen den italienischen Regierung wird es auf absehbare Zeit noch keine öffentliche Feier der Eucharistie geben. Foto: Andrew Medichini (AP)

Die Italienische Bischofskonferenz (CEI) hat sich anfangs der Woche vorerst bei der Regierung nicht durchsetzen können mit dem Wunsch, nun allmählich zur öffentlichen Feier der Eucharistie zurückkehren zu können. Dabei hatten die italienischen Bischöfe Wege aufgezeigt, wie dies unter Berücksichtigung der nach wie vor geltenden hygienischen Maßnahmen möglich sein sollte.

Dienst an den Armen in der Notlage

Immerhin hat das staatliche „Njet“ die Bischöfe in einem Communiqué zu einer Formulierung genötigt, die es wert ist, dass man darüber nachdenkt: „Es müsste allen klar sein, dass die Verpflichtung zum Dienst an den Armen, der in dieser Notlage so bedeutsam ist, aus einem Glauben erwächst, der sich aus seinen Quellen ernähren muss, insbesondere aus dem sakramentalen Leben“.

Also: Die Verpflichtung zum Tun des Guten verdankt sich dem Glauben. Und dieser Glaube erwächst - die Bischöfe sprechen von „nasce“ (wird geboren) - aus seinen Quellen. Letztlich ist es eine Quelle: Gott selbst, der uns seine Gnade und Hilfe schenkt, auch und vor allem durch die Sakramente der Kirche. Es ist schön, dies wieder einmal so klar und präzis zu hören. Denn in der Tat folgt das Tun des Guten dem Sein, dem Christsein, das grundgelegt ist durch die Taufe und das genährt wird durch die Sakramente.

Gottes Nähe in Gebet und Aufopferung

Es ist in diesen Corona-Zeiten oft betont worden, dass Gott uns auch in anderer Weise seine Gnade und Nähe schenkt, „aussersakramental“: in seinem Wort, im Gebet oder im Aufopfern von allerlei Widrigkeiten. Und es ist richtig. Wenn Corona einmal vorbei ist, sollten wir deshalb aus dieser Zeit auch diese zwei Lehren mitnehmen: Das Wirken Gottes ist größer und weiter als das sakramentale Wirken der Kirche. Wir dürfen die Macht Gottes nicht darauf verengen. Aber zugleich soll das sakramentale Fasten, das uns auferlegt wurde, in uns eine neue Wertschätzung der Sakramente, insbesondere des Altarsakraments, wachrufen. Denn daraus wächst in ganz besonderer Weise der Glaube, der uns die Kraft gibt, das Gute zu tun.

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