„Cappella Paolina“ im Vatikan wieder eingeweiht

Vatikanstadt (DT/KNA) Nach fünfjähriger Restaurierung ist die vatikanische „Cappella Paolina“ mit den letzten Fresken Michelangelos von Benedikt XVI. wieder in Dienst genommen worden. Am Samstagabend feierte der Papst einen Vespergottesdienst in dem kostbar ausgestalteten Sakralraum, der im Unterschied zur benachbarten Sixtinischen Kapelle für normale Besucher nicht zugänglich ist. Michelangelo schuf in dieser Kapelle in den Jahren 1542 bis 1549 die Fresken „Die Bekehrung des Saulus“ und „Die Kreuzigung des heiligen Petrus“. Benedikt XVI. dankte besonders dem deutschen Kunsthistoriker und Renaissance-Spezialisten Arnold Nesselrath für die Leitung der Restaurierungsarbeiten. Die von dem damals bereits 70 Jahre alten Michelangelo gemalten Fresken seien eine herausragende Hilfe zu Gebet und Meditation, sagte der Papst. Er nannte das Bildprogramm eine „Hymne an den Sieg des Lebens und der Gnade über Tod und Sünde“. Zugleich zeige sich in den Kunstwerken unausweichlich die „Radikalität der Frage, die das Kreuz stellt“. Die Cappella Paolina war von Papst Paul III. (1534–49) in Auftrag gegeben und von Antonio da Sangallo dem Jüngeren 1540 fertiggestellt worden. Sie diente als Sakramentskapelle und bis 1670 auch als Versammlungsraum für das Konklave.

Themen & Autoren

Kirche