München

Marx schließt erneutes Rücktrittsgesuch nicht aus

Sollte er seinen Auftrag für die Gläubigen und den Dienst für die Einheit der Kirche nicht mehr erfüllen können, würde er dem Papst seinen Amtsverzicht erneut anbieten, so der Münchner Kardinal Reinhard Marx.
Kardinal Reinhard Marx
Foto: Felix Hörhager (dpa) | Erst im Mai hatte der Münchner Kardinal den Papst gebeten, seinen Verzicht auf das Amt des Erzbischofs von München und Freising anzunehmen. Franziskus lehnte das Rücktrittsgesuch jedoch ab.

Der Münchner Kardinal und Erzbischof Reinhard Marx schließt ein erneutes Rücktrittsgesuch nicht aus. In einem Hirtenwort, das am Wochenende in allen Pfarreien des Erzbistums München und Freising verlesen werden soll, schreibt Marx: „Wenn sich eine neue Situation ergibt oder veränderte Umstände, die meinen Dienst grundsätzlich in Frage stellen, werde ich prüfen, ob ich nicht erneut das Gespräch mit dem Heiligen Vater suchen sollte.“

Marx: Zum Wohl der Kirche entscheiden

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Erst im Mai hatte der Münchner Kardinal den Papst gebeten, seinen Verzicht auf das Amt des Erzbischofs von München und Freising anzunehmen. Franziskus lehnte das Rücktrittsgesuch jedoch ab. Seinen Dienst als Bischof, so der 67-Jährige in seinem Hirtenbrief vom Freitag, verstehe er nicht als ein Amt, das ihm gehöre und das er verteidigen müsse, „sondern als einen Auftrag für die Menschen in diesem Erzbistum und als Dienst an der Einheit der Kirche“.

Falls er diesen Dienst nicht mehr erfüllen könne, schreibt Marx, wäre es an der Zeit, nach Beratung mit den diözesanen Gremien, der Aufarbeitungskommission und dem Betroffenenbeirat „zum Wohl der Kirche zu entscheiden und meinen Amtsverzicht erneut anzubieten“.

Gleichzeitig bekräftigt Marx „mit großer Bereitschaft“ sein „Ja“ zum Dienst als Erzbischof von München und Freising. Er werde überlegen, was es bedeuten könne, nicht einfach zur Tagesordnung überzugehen. Er sei überzeugt: „Wir brauchen Reform und Erneuerung in und für die Kirche, aber wir brauchen auch den Sinn für die Einheit des Gottesvolkes, die in der Vielfalt sichtbar wird.“  DT/mlu

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