Bischof von Lausanne und Reformer

Zum Gedenktag des heiligen Bischofs Bonifatius von Lausanne am 19. Februar. Von Katrin Krips-Schmidt

Um 1182 in Brüssel als erstes Kind einer Goldschmiedefamilie geboren, hieß es vom heiligen Bonifatius von Lausanne oder Bonifatius von Brüssel – wie er auch genannt wird –, er sei schon als Jugendlicher eifrig und dem Studium interessiert zugewandt gewesen. Nach dem Besuch der Stiftsschule Sankt Gudula in Brüssel wurde er mit siebzehn Jahren zu weiterführenden Studien nach Paris gesandt. Zum Priester geweiht betreute er, wieder in seinen Heimatort zurückgekehrt, sechs Jahre lang als Stadtpfarrer die Stiftskirche Sankt Gudula.

Nachdem er an die Pariser Universität berufen worden war und dort einige Zeit gelehrt hatte, kam es zu einem tumultartigen Streit zwischen Professoren und Studenten, sodass Bonifatius sich nach Köln begab, wo er zwischen 1229 bis 1231 die Funktion eines Domscholasters innehatte, das heißt, er war mit der Leitung der Kölner Domschule betraut.

In Lausanne war seit zwei Jahren der Bischofsstuhl vakant. Papst Gregor IX. ernannte den ambitionierten Gelehrten 1231 zum Oberhirten der Stadt am Genfer See. Das Amt nahm dieser bereitwillig an. Die hiesigen Domherren waren jedoch nicht erfreut über die Wahl. Sie wollten ihre Pfründe nicht aufgeben – doch ihr neuer Bischof verfolgte einen Weg der christlichen Bescheidenheit und Demut. Sein apostolischer Eifer und seine Angewohnheit, seinen ihm unterstellten Pfarreien regelmäßig einen Besuch abzustatten, brachten ihm hingegen die Sympathien des Kirchenvolkes ein. So setzte Bonifatius all seine Energien daran, in seiner Diözese Reformen im Klerus zu erreichen. Doch nicht nur der Geistlichkeit galt seine scharfe Kritik. Er griff auch in den Streit zwischen weltlicher Macht – in Gestalt von Kaiser Friedrich II. – und dem Papsttum ein. 1239 entkam Bonifatius nur knapp einem Attentat, denn er hatte sich auch Friedrich II., der nicht nur römisch-deutscher Herrscher war, sondern seit 1225 zudem den Titel „König von Jerusalem“ führte, zum scharfen Gegner gemacht, der nun seine Soldaten auf ihn hetzte. Bonifatius bat in Rom um seine Demission – ein Wunsch, den der Papst noch im selben Jahr gewährte. Die päpstliche Bitte, ein anderes Bistum zu übernehmen, lehnte Bonifatius jedoch ab.

Stattdessen kehrte er mit nunmehr 57 Jahren in seine Heimat zurück, verbrachte einige Jahre in Cambrai, Lüttich und Utrecht und widmete sich weiterhin apostolischen Aufgaben: Er weihte Kirchen und nahm an Synoden teil, bis er sich schließlich in die Zisterzienserinnenabtei in La-Chambre-Sainte-Marie bei Brüssel zurückzog.

Am 19. Februar 1265 starb Bonifatius. Er wurde im Chor der Klosterkirche seiner Abtei bestattet. 1603 wurde Bonifatius selig- und 1702 heiliggesprochen.

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