Bischof und Großmufti rufen zum Dialog auf

Sarajevo (DT/KNA) Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst und der Großmufti von Bosnien-Herzegowina, Mustafa Ceric, haben gemeinsam zum engagierteren Gespräch der Religionen aufgerufen. Heute müsse es zwischen den Religionen um „Identität im Dialog“ gehen, sagte Tebartz-van Elst am Freitag bei einem Treffen mit dem muslimischen Geistlichen in Sarajevo. Ceric rief die Religionen auf dem Balkan auf, gemeinsam nach Wegen in eine bessere Zukunft zu suchen und sich nicht auf Schuldfragen der Vergangenheit zu konzentrieren. Gemeinsam mit dem bosnischen Kardinal Vinko Puljic traf Tebartz-van Elst den international angesehenen Islamvertreter Ceric während eines dreitägigen Besuchs im Erzbistum Sarajevo, zu dem das Bistum Limburg eine Partnerschaft unterhält. Ceric mahnte eine enge Anbindung Bosnien-Herzegowinas an die Europäische Union an, die eine Integration zum Ziel haben müsse. Die Einbindung in die Europäische Union sei für die Menschen in seinem Land keine politische, sondern eine existenzielle Frage. Nur intensivere Beziehungen zu Brüssel könnten die Stabilität dort sichern. Eine Integration Bosnien-Herzegowinas in die Europäische Union werde auch Vorteile für Europa haben. Eine friedliche Entwicklung, bei der Menschen der unterschiedlichen ethnischen und religiösen Identitäten zusammenarbeiteten, könne beispielhaft für den Kontinent sein, so der Mufti. Die Muslime in Europa suchten derzeit intensiv nach ihrer Identität, ihrer Rolle in der globalen Gesellschaft und ihrer Vertretung in den Gesellschaften, so Ceric. Es komme darauf an, eine neue Form des Islam in Europa zu entwickeln. Dazu könne der Dialog mit Christen und Juden einen Beitrag leisten.

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