Bischof ruft zu Lösung der Flüchtlingskrise auf

Jerusalem (DT/KNA) Der Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land, Munib Younan, hat zu schnellem Handeln angesichts der Flüchtlingskrise in Nahost und Europa aufgerufen. In einem Offenen Brief an die politischen Führungspersönlichkeiten weltweit kritisierte der Palästinenser die „beschämende Realität“ im Umgang mit den Flüchtlingen, wie das arabischsprachige Portal „Abouna.org“ (Mittwoch) berichtete. Younan ist seit 2010 Präsident des Lutherischen Weltbunds. Seine eigene Geschichte als Flüchtling sowie sein Glaube verpflichteten ihn, das Wort zu ergreifen für die Menschen, die „an Stränden angespült werden, in Lastwagen verwesen, Grenzen aus Stacheldraht überwinden und in provisorischen Lagern kaum überleben“. Diese Menschen, so Younan, seien keine abenteuerlustigen Ferienreisenden, sondern hätten ihre Heimat verlassen auf der Flucht vor Armut, Gewalt und Terror. Der Palästinenser sprach sich gegen die Bezeichnung der Flüchtlinge als „Wellen“, „Massen“ oder „Horden“ aus. „Es sind menschliche Wesen, die Würde und Respekt verdienen“, so Younan wörtlich. Er rief die Weltgemeinschaft auf, sich zu einer klaren Willkommenspolitik zu bekennen.

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