Bischöfe tagen in Hamburg

Frühjahrs-Konferenz in der Hansestadt – Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise im Mittelpunkt

Hamburg (DT) Die deutschen Bischöfe tagen bei ihrer Frühjahrs-Konferenz vom 2. bis 5. März in einem exklusiven Ambiente. Erstmals logieren sie in einem Fünf-Sterne Grand-Hotel, dem „Elysee“ am Hamburger Dammtor-Bahnhof, da geeignete kirchliche Tagungsstätten nicht zur Verfügung stehen. Der gastgebende Erzbischof Werner Thissen freut sich, seine Kollegen zum ersten Mal in dem erst 1995 wieder begründeten Erzbistum im hohen Norden begrüßen zu können. Für die Hansestadt Hamburg, in der bis 1918 Katholiken noch nicht einmal als Lehrer an öffentlichen Schulen arbeiten durften, ist die Bischofsversammlung eine Premiere. Seit der staatlich verordneten Einführung der Reformation und der Vertreibung katholischer Priester und Ordensleute im Jahr 1529 hat die Stadt keine solche Ansammlung von Bischöfen mehr beherbergt.

Im Mittelpunkt der Beratung, die der seit einem Jahr amtierende Erzbischof Robert Zollitsch leiten wird, steht ein Studienhalbtag zur Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise. Sprechen wird zu diesem Thema der Münchener Erzbischof Reinhard Marx, Professor Michael Hüther vom Institut für Deutsche Wirtschaft in Köln und der Sozialethiker Professor Gerhard Kruip von der Universität Mainz.

Auf der Tagungsordnung stehen ferner eine Vielzahl von Punkten: Die Beratungen zur Seelsorge in der Palliativversorgung, ein Zwischenbericht zur Reform des Gesangbuches, Leitlinien zur Bewahrung von gefährdeten Bibliotheksbeständen, Qualitätskriterien für katholische Schulen sowie der Aufruf für die Pfingstaktion „Renovabis“.

Spätestens die Verabschiedung des Dokumentes „Die Feier der Heiligen Messe – Geheimnis, Schönheit und Ordnung der heiligen Liturgie“ dürfte hinführen zu dem Thema, das man vergeblich auf der offiziellen Tagesordnung sucht: Die teilweise hysterischen und sachfremden Medienberichte zur Rücknahme der Exkommunikation von vier Bischöfen der Piusbruderschaft, das zumindest als inoffizielles Gesprächsthema unter den Bischöfen eine hohe Aufmerksamkeit besitzen dürfte. Nicht zuletzt der gastgebende Hamburger Erzbischof hatte durch ein Spiegel-Interview diese Medienkampagne mit entfacht.

Themen & Autoren

Kirche