Bildung für Kinder aus schwierigen Verhältnissen

Tagesheilige: Zum Gedenktag der heiligen Maria vom heiligen Ignatius am 3. Februar. Von Katrin Krips-Schmidt

Die heilige Maria vom heiligen Ignatius erblickte am 20. März 1774 als Claudine Thévenet in Lyon das Licht der Welt. Seit 1784 wurde „Glady“, wie sie in ihrer Familie genannt wurde, von den Benediktinerinnen der Abtei Saint-Pierre-les-Nonnains erzogen. Als die Französische Revolution ausbrach und sie das Kloster verlassen musste, war sie gerade fünfzehn Jahre alt. Nach dem Fall ihrer von den Revolutionstruppen belagerten Heimatstadt im Januar 1794 wohnte sie der Exekutierung ihrer beiden Brüder bei, die zu den Tausenden von Festgenommenen gehörten. Die letzten Worte der Brüder: „Vergib, Glady, so wie wir vergeben“, prägten sich trotz deren grausamer Ermordung tief in ihre Seele ein und markierten einen Richtungswechsel in ihrem Leben. Seither widmete sie sich der Aufgabe, das durch die Revolution verursachte Leiden der Menschen zu lindern. Der Atheismus der revolutionären Akteure jener Jahre hatte auf die Vernichtung der Religion abgezielt und durch die Auflösung der Orden und die Verfolgung von Priestern, Ordensleuten und Gläubigen einen großen Teil des kirchlichen Lebens zum Erliegen gebracht. Claudine war davon überzeugt, dass die Unkenntnis des Glaubens der wichtigste Grund für das Leiden ihres Volkes war. Daher wuchs in ihr der Eifer, besonders Kindern und Jugendlichen von Gott zu erzählen und ihnen Jesus und Maria näher zu bringen.

Die Begegnung mit Pater André Coindre brachte die entscheidende Wende. 1816 gründete sie mit ihm die „Fromme Vereinigung des Heiligsten Herzens Jesu“ für junge Frauen. 1818 benannte sich die Gemeinschaft um zur „Kongregation der Schwestern von den Heiligsten Herzen Jesu und Maria“, die seit 1841 „Schwestern von Jesus-Maria“ heißt. 1820 entstand ein Haus in Fourviere im Westen von Lyon. Ziel der neuen Gemeinschaft war es, Kindern aus sozial schwierigen Verhältnissen ein neues Zuhause zu geben, in dem sie sowohl eine religiöse und kulturelle als auch eine berufliche Ausbildung erhielten. Die Ordensstifterin starb am 3. Februar 1837 in der Niederlassung von Fourviere. Sie wurde von Papst Johannes Paul II. am 4. Oktober 1981 selig- und am 21. März 1993 heiliggesprochen. Auch nach ihrem Tod lebt die Gemeinschaft der „Heiligen von Lyon“ weiter fort: Man findet sie mittlerweile in 180 Häusern in 28 Ländern auf vier Kontinenten, in denen mehr als 1 800 Schwestern wirken. Das Mutterhaus befindet sich in Rom.

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