Bessere Sicht auf das eigene Leben

Missionarischer Schwung für alle Altersgruppen: Mit-Leidenschaft ist das Motto des diesjährigen Forums Altötting. Von Michaela Koller
Teilnehmerinnen des Jugendforums 2013
Foto: Gemeinschaft Emmanuel | Die Mischung macht's: Musik, Gebet und Gespräch haben die Teilnehmerinnen des Jugendforums 2013 überzeugt.

Altötting (DT) Zum diesjährigen Internationalen Forum Altötting, beginnend von diesem Freitag bis zum 5. August, werden gut 2 000 Teilnehmer aus mehreren europäischen Ländern erwartet. Die Gemeinschaft Emmanuel und die Stadt Altötting laden seit 1996 alljährlich in den bayerischen Marienwallfahrtsort zu eucharistischer Anbetung, Lobpreis, Gottesdiensten, Vorträgen, Diskussionen und einem bunten Programm. Begonnen hat alles mit einem Zwischenstopp katholischer Jugendlicher auf dem Weg zum Weltjugendtag im polnischen Tschenstochau. Die Jugendlichen von damals sind heute Familienväter und -mütter, Priester oder geweihte Schwestern. So sind aus der früheren Jugendbegegnung mehrere Programme gewachsen: Parallel zum Erwachsenen- und Familienforum gibt es jeweils ein Kinderprogramm mit Basteln, Sport, Spiel und Gesang, sowie jeweils ein Teenie- und Jugendprogramm. Außerdem bietet die Gemeinschaft Emmanuel Veranstaltungen, die eigens für Priester organisiert sind, um sie „neue Kraft im priesterlichen Amt“ schöpfen zu lassen.

Das diesjährige Motto lautet „Mit-Leidenschaft“. Unter den prominenten Referenten sind Otto Neubauer, Leiter der Akademie für Evangelisation der Gemeinschaft Emmanuel und Autor des Buchs „Mission Possible“, der Münsteraner Bischof Felix Genn, Weihbischof Dominikus Schwaderlapp aus Köln sowie der Bischof von Roermond (Niederlande) Everard de Jong, der Nationaldirektor von Missio Österreich, Monsignore Leo Maasburg, sowie der Bischof von Feldkirch Benno Elbs. Außerdem wird die aus drei Franziskanern bestehende Musikgruppe „Bronx Brothers“ auftreten.

Neben einem vielfältigen geistlichen Programm, das Gottesdienste, Lobpreis, eucharistische Anbetungen sowie Einladungen zur Beichte und persönliche Berichte über den Glauben umfasst, stehen eine Reihe von Veranstaltungen des Familien- und Erwachsenenprogramms im Zeichen der Lebenshilfe aus christlicher Sicht. Am Samstag von 16 bis 17 Uhr ist Gelegenheit, den Auftakt eines dreiteiligen Workshops für Paare zu besuchen, in dem es um die Verbesserung der Kommunikation zwischen Mann und Frau geht. Eheleute mit Kinderwunsch können unter dem Titel „Wenn die Kinder auf sich warten lassen“ Rat hören. Angesichts einer Vielzahl von psychischen Abhängigkeiten spürt ein weiterer Workshop der Gemeinschaft Cenacolo der Situation von Eltern und Angehörigen süchtiger Kinder nach, in dem ehemalige Betroffene zum Gespräch einladen. Auch mit der traurigen Realität gescheiterter Ehen setzt sich ein Gespräch auseinander, das Pfarrer Markus Wittal unter dem Motto „Getrennt – Geschieden – und dann?“ führt.

Nicht nur das Familienleben, sondern auch die Berufswelt wagt das Forum: Experten der Gemeinschaft Emmanuel informieren über „Christsein in der Arbeitswelt“ angesichts von Stress und Druck. Bischof Elbs von Feldkirch tritt selbst als Ratgeber unter dem Titel „Wohin rast unsere Gesellschaft? Livebalance statt Burnout“ auf. Johannes Hartl, Leiter des Gebetshauses Augsburg spricht zudem über das Thema „Mit dem Herrn Gelassenheit und Freude finden“. Am Montag lädt die Gemeinschaft Emmanuel zudem zu einem Workshop für Alleinstehende unter dem Motto „Single sein – und ein Leben in Fülle“ ein, um auch dieser Lebensrealität gerecht zu werden.

Reichlich Veranstaltungen zur religiösen Lebenswirklichkeit ergänzen das Programm: So erklären Kaplan Jörg Niemeier und Dominique Haas am Samstag den Begriff des Charismas. Otto Neubauer spricht zusammen mit Maja Schanovsky über „Mission jetzt und heute – Wie kann man in der modernen Welt das Evangelium zu den Menschen tragen?“

Über ein Leben mit dem Heiligen Geist lädt die Gemeinschaft Emmanuel zu einem dreitägigen Workshop ein, der jeweils schon um 14.45 Uhr beginnt. Mehrteilig ist zudem der Workshop „Beten – wie geht das?“ von Gerhard und Renate Breuer. Der renommierte Frankfurter Philosoph Professor Jörg Splett spricht über „Wahrheit und Toleranz“ sowie über „So viel Leid! Hat Gott uns denn nicht lieb?“

Höhepunkt nach dem Auftakt am Freitag um 17 Uhr auf dem Kapellplatz ist sicherlich um 21 Uhr das Musical der Emmanuel School of Mission Altötting. In diesem Jahr geht es um das Wunder von Guadalupe, wo sich heute der weltweit größte Wallfahrtsort befindet. Gerade als die Mission in Lateinamerika vor dem Scheitern steht, greift der Himmel selbst ein und erteilt dem Indio Juan Diego im Jahr 1531 einen besonderen Auftrag. Seit mehr als zehn Jahren stellt die ESM Altötting jedes Jahr neu ein professionelles Musical auf die Beine. Alle Inszenierungen thematisieren die Geschichte einer bekannten Persönlichkeit aus der Heiligen Schrift oder der Kirchengeschichte aus einem eigenen Blickwinkel. „Die brennende Frage des jungen Augustinus ,Was ist die Wahrheit und wo finde ich sie?‘, das Beispiel einer Mutter Teresa, deren Sorge um die Ärmsten der Welt die Menschen um sie herum anspricht, das Wirken eines Don Bosco, der sein ganzes Leben der Erziehung der Kinder gewidmet hat, das Fallen und Aufstehen des Petrus, der Jesus voller Begeisterung nachfolgt und es dann doch nicht schafft, treu zu sein, die verletzte und wieder erneuerte Liebe einer Maria Magdalena – das alles zeigt dem Zuschauer etwas von seiner eigenen Geschichte“, heißt es dazu in einer Erklärung.

Die Gäste, die die Veranstalter erwarten, werden unter anderem aus Deutschland, Österreich, Frankreich, den Niederlanden, Polen und der Slowakei anreisen: „Wir sehen uns auch als Schmelztiegel der europäischen Verständigung“, sagte Forumssprecherin Christina Harbusch auf Anfrage. Den Teilnehmenden einen „neuen Blick auf das eigene Leben“ zu ermöglichen und aufzuzeigen, wie die erlöste Freude des Glaubens weitergegeben werden kann, sei dabei Ziel der Programme.

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