Bartholomaios I. ruft zur Verständigung auf

Istanbul (DT/KNA) Zu einer Intensivierung der Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei hat der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. aufgerufen. „Die Ägäis kann und muss ein Meer werden, das die beiden Völker der Türkei und Griechenlands vereint“, sagte Bartholomaios I. bei den Feiern zu seinem Goldenen Weihejubiläum auf seiner Heimatinsel Imbros. Zahlreiche Gläubige und politische Persönlichkeiten aus beiden Ländern – unter ihnen der griechische Außenminister Stavros Lambrinidis – waren nach Imbros gekommen, um an den Feiern teilzunehmen. Bartholomaios I. – mit bürgerlichem Namen Dimitrios Archondonis – wurde am 13. August 1961 in seiner Heimatkirche auf der Insel Imbros von seinem „geistlichen Vater“, Metropolit Meliton, zum Diakon geweiht. Dem Studium an der Theologischen Hochschule des Ökumenischen Patriarchats auf der Insel Chalki folgten weitere Studien in Italien, der Schweiz und Deutschland. Zwanzig Jahre diente Dimitrios Archondonis in verschiedenen Funktionen seinem Vorgänger Dimitrios I., bis er im November 1991 selbst zum Ökumenischen Patriarchen gewählt wurde. In seiner Predigt betonte der Patriarch, er werde „weiterhin der Kirche mit all meinen Kräften dienen“. Der griechische Außenminister würdigte Bartholomaios I. als geistliches Oberhaupt der weltweit 350 Millionen orthodoxen Christen. Der Patriarch lasse sich von den Schwierigkeiten nicht unterkriegen, sondern lebe für die „heilige Pflicht“, die er übernommen habe. Lambrinidis nutzte seinen Aufenthalt auf Imbros, um neuerlich die Unterstützung Athens für die Bestrebungen Ankaras im Hinblick auf eine EU-Vollmitgliedschaft zu betonen. Ein EU-Beitritt der Türkei wäre „gut für Griechenland, die Türkei und die ganze Region“, so Lambrinidis. Die Regierung von Recep Erdogan habe in den letzten Jahren positive Schritte unternommen. Die Annäherung zwischen der Türkei und Griechenland gehe mit vorsichtigen Schritten voran. Jetzt gehe es darum, die Anstrengungen zur Vertiefung der bilateralen Beziehungen zu vertiefen, sodass es „greifbare Ergebnisse“ gebe.

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