Bartholomaios I.: Kirche soll nicht Moschee werden

Istanbul (DT/poi) Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hat die Idee des stellvertretenden türkischen Ministerpräsidenten Bulent Arinc zurückgewiesen, die Hagia Sophia-Kirche in der Kaiserstadt Trapezunt (Trabzon) am Schwarzen Meer wieder in eine Moschee umzuwandeln. Bei seinem jüngsten Aufenthalt in Trapezunt besuchte Bartholomaios auch die vor Jahrzehnten zum Museum erklärte Kirche und sagte in Anwesenheit des Bürgermeisters vor Journalisten, er sehe keine Notwendigkeit, dass die Hagia Sophia als Moschee genutzt wird. Der Patriarch verwies auf die Aussage des Vorsitzenden der islamischen Gemeinde, Zeki Baytar, der auf den Vorschlag von Arinc mit den Worten reagiert hatte: „Zunächst müsste man einmal Leute in die vielen leeren Moscheen von Trabzon bekommen“. Bartholomaios betonte, er respektiere alle Moscheen und generell alle Gotteshäuser, aber im Fall der Hagia Sophia gebe es keine Notwendigkeit einer Umwidmung: „Wenn die Hagia Sophia zur Moschee gemacht wird, würde sie nur unseren muslimischen Brüdern zur Verfügung stehen. Wenn sie aber ein Museum bleibt, steht sie der ganzen internationalen Gemeinschaft offen – mit großem Nutzen für die Bewohner von Trapezunt.“ In ihrer heutigen Gestalt wurde die Hagia Sophia in Trapezunt um 1250 unter Kaiser Manuel I. aus der Familie der Komnen erbaut. Wann die Kreuzkuppelkirche nach der osmanischen Eroberung der Hafenstadt im Jahr 1461 zur Moschee umgewandelt wurde, ist nicht überliefert. Vermutlich war dies zu Beginn des 16. Jahrhunderts der Fall.

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