Lyon

Barbarin: Treffen mit Papst einer der wichtigsten Momente im Leben

Quellen zufolge könnte sich der Kardinal und Erzbischof von Lyon bereits am Montag mit Papst Franziskus treffen. Eine Entscheidung über sein Rücktrittsgesuch wird dann aber wohl noch nicht fallen.
Zum Treffen von Kardinal Barbarin und Papst Franziskus
Foto: Laurent Cipriani (AP) | Kurz nach der Bekanntgabe des Urteils kündigte Barbarin an, bei Papst Franziskus seinen Rücktritt einzureichen.

Das Datum des Treffens zwischen Papst Franziskus und Kardinal Philippe Barbarin wurde nicht publik gemacht, damit dieses in ruhiger Atmosphäre stattfinden kann. Nun sind aber doch einige Vermutungen an die Öffentlichkeit gedrungen. Mehreren Quellen zufolge soll sich der Lyoner Erzbischof am kommenden Montag mit dem Papst treffen, wie das französische Onlineportal „20minutes.fr“ berichtet. Barbarin will mit Franziskus nicht nur über seinen Rücktritt sondern auch über den Umgang mit Missbrauch und Vertuschung in seiner Diözese im Allgemeinen sprechen.

Barbarin will sich auch nach Treffen mit Papst nicht äußern

Vor gut einer Woche war der 68-jährige Primas von Gallien wegen der Nicht-Anzeige sexueller Vergehen an Minderjährigen durch einen französischen Priester sowie unterlassener Hilfeleistung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Kurz nach der Bekanntgabe des Urteils kündigte Barbarin an, bei Papst Franziskus seinen Rücktritt einzureichen.

Für den Lyoner Erzbischof sei das Treffen mit Papst Franziskus „einer der wichtigsten Momente in seinem Leben“, erklärte der Weihbischof von Lyon, Emmanuel Gobilliard. Wie „20minutes.fr“ weiter berichtet, wolle sich Barbarin jedoch auch unmittelbar nach der Zusammenkunft nicht öffentlich äußern, sondern die Entscheidung des Papstes abwarten. Gobilliard zufolge wird Franziskus Kardinal Barbarin erst einige Tage nach dem Treffen informieren.

Barbarin wird gegen Urteil in Berufung gehen

Der Schuldspruch gegen Barbarin hatte für große Aufmerksamkeit gesorgt. Das Lyoner Strafgericht folgte damit nicht der Empfehlung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte erklärt, sie sehe keinen Grund, Kardinal Barbarin zu verurteilen. Jean-Félix Luciani, einer der Anwälte Barbarins, kündigte unmittelbar nach der Bekanntgabe an, in Berufung gehen zu wollen.

DT/mlu

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Ulrich vom Hagen
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