Augustinusforscher Geerlings gestorben

Bochum (DT/KNA) Wilhelm Geerlings, katholischer Theologe in Bochum, ist am Freitag im Alter von 66 Jahren gestorben. Das teilte die Katholisch-Theologische Fakultät der Ruhr-Uni Bochum am Montag mit. Der Augustinus-Experte hatte bis zu seiner Emeritierung vor wenigen Monaten den Lehrstuhl für Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie inne. Bis zuletzt leitete er die Arbeitsstelle „Fontes Christiani“ an der Ruhr-Uni. Die Forschungseinrichtung gibt eine gleichnamige Schriftenreihe heraus. Darin sind christliche Quellentexte aus Antike und Mittelalter im Originaltext und in deutscher Übersetzung zu finden. Den 100. Band hatte der Mainzer Kardinal Karl Lehmann kürzlich auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. Papst Benedikt XVI. äußerte sich mehrfach lobend über die Reihe. Die Universität betonte, Geerlings habe ein breites wissenschaftliches Werk entfaltet und sei ein „bei Kollegen und Studenten äußerst beliebter und lebensfroher Hochschullehrer“ gewesen. Zu den Standardwerken, die er herausgegeben hat, gehört das Lexikon für antike Christliche Literatur. Mehrere Auflagen und eine Reihe von Übersetzungen zeigen laut Hochschule, dass das Werk breite Anerkennung gefunden habe. Der Theologe wurde am 1941 in Oberhausen geboren. Nach dem Abitur studierte er in Bonn und München Theologie und Klassische Philologie. 1973 wurde er zum Priester des Bistums Aachen geweiht. Später setzte er seine Studien in Tübingen fort, wo er 1977 promoviert wurde und sich 1980 habilitierte. Bereits vor Abschluss der Habilitation wurde Geerlings nach Bochum zur Probevorlesung eingeladen, wo er 1981 den Lehrstuhl für Alte Kirchengeschichte übernahm und bis 2008 innehatte.

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