Angst vor Konversionen

Moskauer Patriarch Hilarion nennt Vorbedingungen für ein Treffen mit Benedikt XVI.

Moskau (DT/KNA) Die Bemühungen um ein Treffen zwischen Papst Benedikt XVI. und dem neuen Moskauer Patriarchen Kyrill I. stehen nach den Worten des jüngst ernannten Außenamtsleiters der russisch-orthodoxen Kirche, Bischof Hilarion Alfejew von Wolokolamsk, unverändert auf der Tagesordnung. Als Vorbedingung für eine Begegnung müssten allerdings die Meinungsverschiedenheiten zwischen katholischer und orthodoxer Kirche bei zwei zentralen Problemen geregelt werden, sagte der Geistliche nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax vom 8. April. Dies seien die Frage des Proselytismus – der Abwerbung von Gläubigen – sowie die Situation der griechisch-katholischen unierten Kirche in der Ukraine. „Sobald es Anzeichen eines Konsenses über diese beiden Fragen gibt, könnte das Gipfeltreffen Papst-Patriarch stattfinden“, so Hilarion, der bis vor wenigen Wochen Bischof von Wien war. Er erinnerte daran, dass der im Dezember 2008 verstorbene Patriarch Alexij II. mehrfach erklärt habe, wie sehr er ein Treffen mit dem Papst für wünschenswert halte. Zugleich habe der Vorgänger von Kyrill I. aber immer auch in Erinnerung gerufen, dass ein solches Treffen nur stattfinden könne, wenn „es gut vorbereitet ist“. Beide Seiten müssten das Gefühl haben, dass ein Treffen einen Durchbruch in den wechselseitigen Beziehungen bewirken könne, so Hilarion. Dies sei aber nur möglich, wenn es zu einer Übereinkunft über die Fragen komme, die bisher die Kirchen trennten.

Unterdessen wurden in Moskau Differenzen um die zunächst unterbliebene Berufung eines neuen Vertreters der katholischen Kirche in den Interreligiösen Rat Russlands beigelegt. Staatspräsident Dmitrij Medwedjew berief in der vergangenen Woche den Generalsekretär der katholischen Bischofskonferenz, Pater Igor Kowalewski, in das Gremium. Dem Rat zur Zusammenarbeit des Präsidenten mit den Religionsgemeinschaften gehörte seit September 2007 de facto kein Katholik an. Damals schied Moskaus Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz aus dem Gremium aus, weil er zum Erzbischof von Minsk ernannt wurde.

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